«Heute ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird», sagte Kirchenpflegepräsident Alfons Meier. «Wir hätten ihn aber lieber in die Zukunft verschoben.» Nach jahrzehntelanger Tätigkeit für das Altersheim wurden die Consolata-Schwestern Bartola (77) und Fatima (70) verabschiedet.

Nun sassen die beiden Frauen demütig auf ihren Stühlen, jede Bewegung bedächtig, die Hände stets gefaltet. Manchmal bewegten sich ihre Lippen, als ob sie ein stilles Gebet sprechen würden. Wenn besonders herzliche Worte von Rednern zu hören waren, dann huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.

Aufopfernde Betreuung

«Bartola und Fatima haben aufopfernd, mit Herz und mit Hingabe, unsere betagten und kranken Mitbewohner betreut», sagte Gemeindeammann André Zoppi. «Ihre Arbeit, oft im Stillen, an sieben Tagen und Nächten pro Woche, ist nicht bezahlbar.» Die wichtigen Aufgaben, die sie gemacht hätten, müssten jetzt neu übernommen werden. «Ein Kapitel der Dorfgeschichte geht zu Ende.»
21 Ordensfrauen haben während 64 Jahren im Dorf gewirkt. Bartola reiste 1963 an, Fatima zu Beginn der 90er Jahre.

Die Nachricht, dass die beiden Consolata-Schwestern ins Mutterhaus nach Turin zurückgerufen werden, hatte in Würenlingen für Aufregung gesorgt. Der ehemalige Gemeindeammann Arthur Schneider warf der Leitung des Alters- und Pflegeheims vor, unsensibel gehandelt und alles unternommen zu haben, um den Weggang der beiden Schwestern zu beschleunigen. Roland Wormser, Präsident der Altersheimbesitzerin Wirna-Vita AG, hatte diese Vorwürfe als «nicht nachvollziehbar» bezeichnet. Am Abschiedsfest fehlte er, ebenso wie sein Stellvertreter Bruno Senn. «Sie lassen sich heute aus Gründen beruflicher Ortsabwesenheit entschuldigen», sagte Damian Keller, der im Namen der Altersheimleitung das Wort ergriff. Er richtete ein «ehrliches Dankeschön» an die Schwestern, «stellvertretend für alle, die ihre Liebe auf dem letzten Lebensabschnitt und in den letzten Stunden erfahren durften».

Schwester Bartola hielt eine Rede

Gemeinde, Kirchengemeinde und Wirna-Vita überreichten den Schwestern zum Abschied einen Gutschein im Wert von 10 000 Franken. Und dann stand Schwester Bartola plötzlich auf und lief zum Rednerpult. «Für Schwester Fatima und mich fällt der Abschied nicht leicht. So viele liebe Menschen haben wir kennen gelernt, und jetzt müssen wir sie hier zurücklassen.» Sie dankte allen, die sich dafür einsetzten, damit sie noch etwas länger hätten bleiben können. «Ich werde euch alle vermissen und in meine Gedanken und Gebete einschliessen, solange ich lebe - und auch nachher noch.»