Gestern Sonntag ist in vielen Schweizer Stuben die erste Kerze im Adventskranz angezündet worden. Wiewohl das Lichter-Wecken in vielen Familien als feste Tradition verankert ist, dürften nicht mehr alle wissen, was sich hinter dem liturgischen Ritual verbirgt. Im christlichen Glauben symbolisiert das zunehmende Licht am ersten, zweiten, dritten und vierten Advent die steigende Erwartung der nahenden Geburt Jesus Christus, der in der christlichen Tradition als «Licht der Welt» bezeichnet wird.

Das Licht, das Feuer und die Kerze sind in der Weihnachtszeit somit – über die Wärme und Behaglichkeit, die sie versprühen, hinaus – von essenzieller Bedeutung. Über dieses kulturelle Wissen verfügen auch die Veranstalter des Klingnauer Chlausmarkts, denn das Licht und das Feuer nimmt am jährlichen Weihnachtsmarkt im historischen «Städtli» jenseits von Weihnachtsschmuck und Dekoration einen zentralen Platz ein.

Faszinierendes Spiel mit Feuer

Im letzten Jahr erleuchtete etwa die Schlossfassade mit bunten Projektionen in ungekanntem Glanz. Dieses Jahr bediente sich die Marktkommission um Mirjam Bolliger erneut mit einem speziellen Twist am Bedeutungsträger Licht beziehungsweise Feuer und setzte ein weiteres strahlendes Highlight aufs Programm: Nach dem Eindunkeln versammelten sich die grossen und kleinen Besucher dicht an dicht zwischen Kirche und Schloss, um einer faszinierenden Feuershow beizuwohnen. Mit brennenden Fackeln, dramatischer Filmmusik und einer durchdachten Choreografie bewies das Feuerkünstler-Duo foyk Besinnlichkeit.

Das zugleich gefährliche wie faszinierende Spiel mit dem Feuer doppelte als Narrativ für die Annäherung zwischen den beiden Figuren. In der Schlussszene verschwanden die beiden Körper hintereinander und zeichneten gemeinsam kunstvolle Bilder ins Dunkel, während hinter ihnen zu beiden Seiten funkensprühende Fontänen in die Höhe schossen.

Qual der Wahl an 60 Ständen

Mit noch funkelnden Augen ging man im Anschluss den anderen Sinnen nach und hatte an den über 60 Ständen die Qual der Wahl: Von Herzhaftem wie Fondue, Spiessli, Mah-Meh, Curry oder Pulled Pork Burger über Süsses wie selbst gebackene Chräbeli, Türkischem Honig, Guglhupf oder warmen Öpfelchüechli bis hin zu Glühwein oder von Vaporetto war für die kulinarischen Sinne mehr als gesorgt.

Langweilig wurde es dabei gerade auch für die jüngsten Besucher nicht. Den ganzen Tag über bot sich ihnen ein breites Programm: Während sich die Eltern und Grosseltern an den Weihnachtsständen umsahen oder am Lagerfeuer Glühwein tranken und mit Freunden und Familie unterhielten, konnten sie Kerzen ziehen, sich im Eisstockschiessen konkurrieren, einer Märchenstunde beiwohnen oder gar Ponys reiten.