Bad Zurzach

Carlo Schmid ist auf dem besten Weg, den Rekord zu erreichen

Wenn alles klappt, wird Carlo Schmid mit seiner Cessna in 17 Tagen in Dübendorf landen. Silvan Hartmann

Wenn alles klappt, wird Carlo Schmid mit seiner Cessna in 17 Tagen in Dübendorf landen. Silvan Hartmann

Carlo Schmid kommt seinem Ziel, die Welt als jüngster Pilot im Alleinflug zu umrunden, immer näher. Seit dem letzten Bericht, wo Schmid kurz vor dem Anflug auf den Flughafen in Vancouver war, ist wieder viel passiert.

Das letzte Update des Weltrekordversuchs von Carlo Schmid in der az Aargauer Zeitung endete mit dem Anflug des 22-jährigen Zurzibieters auf den Flughafen in Vancouver an der kanadisch-amerikanischen Grenze. Während er seine Cessna auf den Abstellplatz zurollen liess, entdeckte er ein Red-Bull-Akrobatikflugzeug. «Vorsichtig parkierte ich das Flugzeug und begab mich zu der Fliegertruppe, die rund um das Flugzeug stand», schreibt Carlo Schmid in seinem Internet-Tagebuch.

«Bisher hatte ich dieses Flugzeug nur im Fernsehen gesehen.» Bald stellte sich heraus, dass es sich um den bekannten Air-Race-Piloten Pete McLeod und Bjarni Tryggvason handelte. Tryggvason ist der einzige kanadische Astronaut. «Für mich sind sie zwei Heroes», schreibt Schmid voller Begeisterung. «Ich nutzte die Gelegenheit, die beiden mit Fragen zu durchlöchern. Als sie erfuhren, dass ich als 22-Jähriger mit der einmotorigen Cessna rund um die Welt fliege, gehörte das Interesse der beiden für den Rest des Tages meinem Projekt.»

Carlo Schmid startet zur Weltumrundung

Carlo Schmid beim Start

«Wenn das Wetter mitspielt...»

Nach einem Waschtag bei der Gastfamilie im Norden Vancouvers fuhr Carlo Schmid mit einer Tasche voll sauberer Kleider zum Flughafen, um die Etappe von Vancouver City nach Boise, der Hauptstadt des Bundesstaates Idaho, in Angriff zu nehmen. Zeit für Schmid, in seinem Internet-Tagebuch ein vorläufiges Fazit seines Weltrekordversuchs zu ziehen: «Die anspruchsvollsten Strecken habe ich geschafft. Wenn das Wetter mitspielt, werden die Etappen durch Amerika etwas einfacher sein. Hier kann ich das Fliegen so richtig geniessen.»

«Ich denke oft an meine Mutter»

Bei Alleinflügen hoch über den Wolken ist aber auch reichlich Zeit, sich Gedanken zu machen, die über die Fliegerei hinausgehen. Den Eintrag vom 25. August widmet Carlo Schmid seiner Mutter: «Heute vor zwei Jahren starb meine Mutter an Krebs. Sie ist nur 45 Jahre alt geworden. Das war der grösste Verlust in meinem Leben. Ich vermisse sie jeden Tag und während meines Fluges rund um die Welt denke ich sehr oft an sie. Als meine Mutter starb , hatte ich das Gefühl, nichts mehr zu haben, ausser einer Vision: Einmal rund um die Welt zu fliegen.»

Anfänglich habe er viele Rückschläge hinnehmen müssen, schreibt Schmid in seinem Tagebuch. «Ängste und Zweifel plagten mich. Durch harte Arbeit, durch den Glauben an mich selbst und die Unterstützung aus dem Umfeld ergab sich das Projekt ‹RTW 2012 – round the world for children».

Durch den Support von vielen Helfern, Sponsoren und Partnern wurde das Vorhaben schliesslich realisiert. Heute bin ich in Denver. Mehr als die Hälfte meines Traumes ist Wirklichkeit geworden. Ich werde versuchen, den Weltrekord zu erreichen, und bin auf dem besten Weg dazu. Meine Reise widme ich meiner Mutter Carla. Ohne ihre Unterstützung hätte ich es nie so weit geschafft.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1