Restauranttester

Bumann in Lengnau: ein Wurstrausch ohne Happy-End

«Bumann der Restauranttester» in Lengnau, 1. Akt: Das vernichtende Testessen.

«Bumann der Restauranttester» in Lengnau, 1. Akt: Das vernichtende Testessen.

In der neuesten Folge der «3 Plus»-Sendung «Bumann der Restauranttester» versucht der Spitzenkoch das «Schmitte Beizli» in Lengnau zu retten. Trotz Fortschritten ist Bumann am Ende alles andere als zufrieden. Wir haben die Sendung gesehen.

Es läuft nach dem üblichen Muster ab: zunächst das vernichtende Urteil – die Karte ist zu gross, die Qualität des Essens zu schlecht.

Das Entrecote ist «zäh wie Leder», die Rösti matschig. «Stellen wir uns vor, dass wir das alles im Bauch haben, da muss einem ja schlecht werden», sagt Bumann, der Restauranttester, und fasst zusammen: «So wie ihr das Restaurant betreibt, funktioniert es einfach nicht.»

Am Montag lief auf «3 Plus» die neuste Ausgabe der Sendung «Bumann der Restauranttester» über die ehemalige «Schmitte» in Lengnau im Zurzibiet: Spitzenkoch Daniel Buman nahm sich vergangenen Herbst des kleinen Beizlis an und versuchte Inhaberin Cinzia Starnino und ihre Freundinnen innert vier Tagen auf Erfolgskurs zu bringen. Aus dem «Schmitte Beizli» ist das «Bistro & Café Extrawurst» geworden.

Nach der obligaten Standpauke folgt jeweils die «Rettung» durch den Profi: Bumann krempelt das Konzept komplett um. Im Zentrum steht nun Currywurst mit verschiedenen Saucen und einfachen Beilagen. Die Würste stammen freilich nicht aus der Region, sondern vom selbsternannten Wurstkönig aus Luzern – ein Metzgermeister, der letztes Jahr Protagonist in Bumanns Sendung war. Ein abgekartetes Spiel.

Ein Märchen aus dem Drehbuch

Das neue Konzept des Lengnauer Beizlis scheint – zumindest im Fernsehen – zu funktionieren. Dank der Hilfe des strengen Bumann strömen die Gäste plötzlich in Scharen in die «Extrawurst», das Essen schmeckt. «Lengnau im Wurstrausch», verkündet der Sprecher. Ein Märchen wie aus dem Drehbuch.

«Bumann der Restauranttester» in Lengnau, 2. Akt: Das Wurst-Märchen. Und jede Menge Stress.

«Bumann der Restauranttester» in Lengnau, 2. Akt: Das Wurst-Märchen. Und jede Menge Stress.

Soweit so vorhersehbar. Doch die Sendung endet ungewöhnlicherweise nicht mit einem Happy-End. Nur drei Tage nach seinem Abgang kommt Bumann zurück zum Überraschungsbesuch – und ist alles andere als zufrieden.

Cinzia Starnino und ihre Mitarbeiterinnen scheinen vieles schon wieder vergessen zu haben. Die Werbetafel steht nicht vor der Tür, die Backwaren sind nicht schön angerichtet, Mittagsmenu gibts keines. Und damit nicht genug: Der Kartoffelsalat ist aus, der Krautsalat eiskalt. Das Brot kommt zu spät, das essenzielle Currypulver gar erst auf Nachfrage.

«Bumann der Restauranttester» in Lengnau, 3. Akt: Das bittere Ende.

«Bumann der Restauranttester» in Lengnau, 3. Akt: Das bittere Ende.

Die Folge: eine Tirade des Spitzenkochs. «Das ist keine Hobbyveranstaltung hier. So wirst du nicht überleben!», wäscht Bumann der Inhaberin den Kopf. Da stecke einfach zu wenig Liebe dahinter, es fehle an Perfektion.

Erfrischend schonungslos

An diesem Urteil ändert Daniel Bumann nichts mehr, eine weitere glückliche Wendung gibt es nicht. Nach der über weite Strecken sehr pathetischen Stunde Fernsehkost wirkt das Ende damit erfrischend ehrlich und schonungslos. «Das Konzept ist gut, doch die Umsetzung ist einfach nicht gut genug. So wird das nichts», sagt der Restauranttester und zieht von dannen.

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