Vom 30. Juni bis 22. September wird die Rheinbrücke bei Koblenz saniert und der Zollvorplatz umgebaut. Der Personenwagenverkehr werde sich den Weg des geringsten Widerstandes suchen, sagte Alex Joss, Projektleiter Strassenbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt an der Sitzung des Gemeindeverbandes Zurzibiet in Gippingen.

Dennoch bleibt der Kanton nicht untätig: Gegenmittel sind laut Joss «eine umfassende Information sowie ein flexibler Einsatz von Verkehrsdiensten an den neuralgischen Stellen. Diese kristallisieren sich jedoch erst nach ein paar Tagen heraus».

Auf deutlich mehr Verkehr müssen sich der Flecken Bad Zurzach sowie das gesamte Surbtal einstellen. Heikle Stellen sind die Ochsenkreuzung in Bad Zurzach, die Kreisel in Tegerfelden und in Lengnau sowie das Dorfzentrum Endingen.

Tegerfelden hat angekündigt, sämtliche Dorfstrassen für den Durchgangsverkehr zu sperren.

Rekingen, Baldingen und Lengnau befürchten, dass noch mehr Grenzgänger den Weg über ihre Dörfer nehmen.

Fest steht, dass sich während der Vollsperrung des Grenzübergangs über 10 000 Automobilisten einen neuen Weg suchen müssen.

«Wir tun alles, was in unserer Macht steht», versprach Alex Joss den Gemeindevertretern. «Doch auch wir können den Verkehr nicht wegzaubern.» Eine Chance, das Chaos einigermassen in Grenzen zu halten, ist ein Umstieg der Autofahrer auf den öffentlichen Verkehr. Die SBB hat bereits reagiert und offeriert ein Abo für vier Monate zum Preis von drei Monaten.

Während der Vollsperrung muss der Lastwagenverkehr den Umweg vom Grossraum Baden-Neuenhof über Stein-Säckingen zum deutschen Zielort unter die Räder nehmen. Auch Lastwagen, die von Deutschland in die Schweiz fahren wollen, müssen den Weg vom Zollhof in Tiengen über Stein-Säckingen nehmen. Die Grenzübergänge Kaiserstuhl, Bad Zurzach und Laufenburg sind bis 22. September für Lastwagen gesperrt.

Arbeiten im Zeitplan

Mit den Vorarbeiten für die Sanierung der Koblenzer Rheinbrücke ist bereits begonnen worden. Der Brücke wird ein Fussgängersteg angehängt. Der Steg macht es möglich, den Grenzübergang für Fussgänger über die gesamte Sanierungszeit offen zu halten. In den nächsten Tagen wird die Brücke vollständig eingepackt, um zu verhindern, dass beim Sandstrahlen der Brückenpfeiler bleihaltiger Staub in den Rhein gelangt.

Dank des milden Winters gut vorangekommen sind die Arbeiten für die Umgestaltung des Zollvorplatzes und des neuen Kreisels rund 80 Meter südwestlich des Grenzübergangs.

Die erste Hälfte des Kreisels ist fertiggestellt. Sobald der zweite Teil betoniert ist, wird der unfallträchtige und staubildende Linksabbieger Richtung Rietheim/Bad Zurzach aufgehoben. Danach müssen alle Verkehrsteilnehmer zum neuen Kreisel fahren. Wer Bad Zurzach erreichen will, wendet im Kreisel und nimmt den Weg zurück zum Grenzübergang und an diesem vorbei auf die Umfahrungsstrasse Koblenz.

Wenig Durchgangsverkehr

Im Zusammenhang mit dem Projekt «Baldeggtunnel» hat der Kanton die Verkehrsströme im Raum Baden-Brugg erhoben. Wichtigste Erkenntnis ist, dass der Ziel- und Quellverkehr bei 87 Prozent liegt, der Durchgangsverkehr lediglich bei 13 Prozent.

Die stärkste Belastung weisen die Achsen Station Siggenthal–Neuenhof, Ehrendingen–Neuenhof sowie Vogelsang–Gebenstorf und Vogelsang–Windisch auf.

Für das verworfene Projekt «Baldeggtunnel» sind die gewonnenen Erkenntnisse nicht mehr von Belang.

Sie dienen aber – zusammen mit anderen bereits erstellten Studien – als Grundlage für ein Nachfolgeprojekt mit der Bezeichnung «Oase» (Ostaargauische Strassenentwicklung). Details will der Kanton zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.