Die Firma Green Bio Fuel Switzerland AG (GBF) will im Industriepark der Solvay Schweiz AG eine Anlage bauen, die Altöl zu Biodiesel verarbeitet. Weil dies aber nicht rentabel ist, braucht es zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten.

Diese zeichnen sich nun ab: Laut der Zeitung «Die Botschaft» hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) entschieden, dass sich die geplante Anlage dem Klimaschutz dient und sie als sogenanntes Kompensationsprojekt anerkannt.

Biodiesel gilt als emissionsmindernder Treibstoff. Dafür stellt das BAFU der Betreiberin der Biodieselanlage Bescheinigungen aus. Die Betreiberin kann diese dann verkaufen – zum Beispiel an Hersteller oder Importeure fossiler Brennstoffe. Diese kommen mit dem Kauf dieser Bescheinigungen der gesetzlichen Verpflichtung nach, einen Teil ihres verursachten CO2 zu kompensieren.

Bereits Ende 2009 hatte der Gemeinderat die Baubewilligung für die Anlage erteilt. Spatenstich für das damalige 80-Millionen-Projekt war im Januar 2012. Nach wenigen Monaten wurde ein Baustopp verhängt, weil die GBF eine Projektänderung vornahm. So wollte die Firma anfangs Biodiesel aus Raps und der afrikanischen Ölpflanze Jatropha herstellen.

Später schwenkte sie um auf die Verwertung von Altfetten, unter anderem Speiseöl. Die Bewilligung deckte diesen Fall nicht ab. Zudem befürchteten die Behörden, dass das neue Verfahren Emissionen verursacht – kurz: dass es stinkt. Nach Gesprächen erklärte sich die GBF bereit, in Bad Zurzach auf die Verarbeitung von tierischen Fetten zu verzichten. So war keine neue Bewilligung nötig.

Trotzdem ging es mit dem Projekt lange nicht vorwärts. Laut Jörg Säger, Geschäftsführer der GBF, wurden die Arbeiten nun aber wieder aufgenommen. Ab Frühjahr 2016 sollen in Bad Zurzach jährlich bis zu 120 000 Tonnen Biodiesel produziert werden. Der GBF scheint es ernst zu sein: Ihr Aktienkapital wurde vor wenigen Monaten von 2,05 auf 2,3 Millionen Franken erhöht.