Rietheim

Biber lassen mit ihren Bauten Strassen einstürzen

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Biber graben im Zurzibiet Höhlen unter Wegen, sodass viele Strassen einsturzgefährdet sind. Ein Fussgänger verletzte sich gar. Jetzt soll aber nichts mehr passieren. Der Gemeinderat prüft Präventivmassnahmen.

Biber sorgen in Rietheim für Gesprächsstoff: In den letzten Monaten kam es zu mehreren Unfällen, weil Tiere Höhlen unter Strassen und Wegen gruben.

Die Höhlen seien zum Teil bis zu einem Kubikmeter gross, die Strassendecke nur noch wenige Zentimeter dick gewesen, sagt Gemeinderat Christian Schneider.

«Ein Fussgänger verletzte sich, als die Strasse einbrach», erzählt Schneider. Auch einem Pony sei eine unterhöhlte Strasse zum Verhängnis geworden, ein weiteres Mal sei ein Traktor stecken geblieben.

Fünf Biberfamilien in Rietheim

In Rietheim lebten derzeit etwa fünf Biberfamilien, also ungefähr 20 bis 25 Tiere, so Schneider. Weil eine Familie rund 1,5 Kilometer Flusslauf benötigt, hätten einzelne Biber kein Revier mehr und müssten darum an andere Orte ausweichen.

Kürzlich hatte ein Biber unter einer Betonplatte am Bachufer Unterschlupf gefunden, er weitete sein Revier auf die Gärten von Einfamilienhäusern aus, wo er Löcher grub und Lorbeerbäume fällte.

Andere Biber gruben ihre Löcher unterhalb von Wegen, weshalb die Gemeinde jetzt reagieren will.

«Dem Gemeinderat ist die Sicherheit der Personen, die das Rietheimer Feld als Naherholungsgebiet nutzen, von grosser Wichtigkeit», heisst es in einer Mitteilung. «Deshalb möchte er Präventivmassnahmen bezüglich Biberbauten prüfen.»

Im Donaugebiet etwa seien Gitter unterhalb der Wege angebracht worden, sodass Biber keine Löcher graben können, sagt Schneider.

Eine ähnliche Lösung würde er sich auch für Rietheim wünschen. «Die Frage ist aber, wer diese Präventivmassnahmen bezahlt.»

Das Problem: In Rietheim wollen Pro Natura und Kanton in den kommenden Jahren ein Auengebiet errichten, für die Wege aber wäre weiterhin die Gemeinde verantwortlich.

«Mit der Bauherrschaft des Auengebiets soll nun eine Lösung gefunden werden, damit die Sicherheit gewährleistet ist», sagt Schneider. «Wir möchten die Wege auf keinen Fall schliessen, denn für Fussgänger und Landwirtschaft sind sie sehr wichtig.»

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