Der Druck auf das Atomkraftwerk Beznau steigt. Politiker haben dessen Abschaltung gefordert, nachdem bekannt wurde, dass das Atomkraftwerk Mühleberg aus Sicherheitsgründen vorerst nur noch bis Juni 2013 betrieben werden darf.

535 Vollzeitmitarbeiter

Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat sich nach einer Interpellation von CVP-BDP-Grossrat Kurt Wyss mit der Bedeutung des Atomkraftwerks Beznau für das Aaretal befasst. «Der Verlust der Beschäftigungs- und Wertschöpfungsanteile, die gegenwärtig durch den Betrieb der Kernkraftwerke Beznau I und II generiert werden, ist in Relation zu den gesamtkantonalen Vergleichsgrössen nicht so gravierend, aber für die Kernregion Unteres Aaretal sicher spürbar», heisst es im Bericht. Zum unteren Aaretal zählt die Studie die Gemeinden Döttingen, Full-Reuenthal, Leuggern, Klingnau Böttstein, Würenlingen und Villigen.

«Die Wertschöpfung durch den jährlichen Personalaufwand beträgt rund 70 Millionen Franken», so der Bericht. Die gesamten Wertschöpfungseffekte durch den Betrieb der Kernkraftwerke I und II im unteren Aaretal tragen mit einem Anteil von 0,7 Prozent zum kantonalen BIP bei und machen 199 Millionen Franken aus.

«Der Betrieb der Kernkraftwerke Beznau I und II führe zu einer direkten Beschäftigung von 535 Vollzeitäquivalenten pro Jahr.» Der Anteil der Beschäftigten in den beiden Kraftwerken, die auch ihren Wohnsitz im unteren Aaretal haben, betrage 35 Prozent. Neben der direkten Beschäftigung gebe es beschäftigungsrelevante indirekte Effekte der Kernkraftwerke Beznau I und II, die zum Beispiel durch Aufträge an die Wirtschaft und durch den Konsum ausgelöst würden.

Woher der grüne Nationalrat Geri Müller den Strom nehmen will, wenn die AKWs vom Netz müssen

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Kritik von Nationalräten

Der Zurzibieter Grossratspräsident Theo Voegtli plädiert dafür, Beznau I und II weiterlaufen zu lassen, solange sie sicher sind. «Beznau I und II sind laufend nach- und aufgerüstet worden. Es wurde enorm viel in die Sicherheit investiert. Diese Kernkraftwerke sind auf dem bestmöglichen Stand.» Der grüne Nationalrat Geri Müller will mit einem parlamentarischen Vorstoss dafür sorgen, dass Atomkraftwerke bei der Feststellung von sicherheitsrelevanten Mängeln sofort heruntergefahren werden. «Beznau läuft noch, obwohl es Risse im Reaktormantel hat und eine mangelhafte Notstromversorgung aufweist. Das ist untragbar», so Müller.

Derweil sagte der Aargauer SP-Nationalrat Max Chopard, die Analogie zwischen Mühleberg und Beznau sei offensichtlich. Die Beznau-Betreiberin Axpo will von Mängeln nichts wissen: «Das Kernkraftwerk Beznau produziert seit über 40 Jahren zuverlässig Strom und zeichnet sich über all die Jahre durch eine hohe Verfügbarkeit aus», so Axpo-Sprecherin Daniela Biedermann.

AKW Beznau vor dem Aus?

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