In Bad Zurzach sahen letzte Woche am Montag einige Verkehrsschilder ein bisschen anders aus. Grund dafür: Schüler beklebten sie mit selbstgestalteten Motiven. Die Schüler der Abschlussklasse 4a der Bezirksschule Bad Zurzach führten diese Aktion im Rahmen eines Deutschprojekts durch.

Vorlage dafür war die Arbeit der Streetart-Künstlerin Barbara aus Deutschland. Barbara beklebt Schilder und den öffentlichen Raum mit Texten oder Gegenständen und spielt vor allem mit der Sprache. Sie tritt quasi mit der Öffentlichkeit in einen stillen Dialog. «Genau dieser Aspekt faszinierte mich», sagt Monika Stiller, die Deutschlehrerin der Klasse.

Es sei kein reines Kunstprojekt, sondern eine Art den Schülern aufzuzeigen, dass Deutsch interdisziplinär sei und sie die Bedeutung der Sprache auf eine andere Weise erleben. Stiller erarbeitete das Projekt eine Woche lang mit der Klasse. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit der Künstlerin und ihrer Arbeitsweise auseinander, suchten geeignete Schilder und Orte im Flecken und bereiteten die Umgestaltung vor.

Die «Barbara-Methode»

Danach ging es ans Bekleben der Schilder. Das ganze wurde auf Fotos festgehalten und danach unmittelbar spurlos entfernt. Zudem haben die Lehrerin und die Schüler ein Video des Projekts gedreht und auf Youtube veröffentlicht. Das sei ebenfalls Teil der «Barbara-Methode». «Sie schlägt eine Brücke vom Analogen ins Digitale. Die vergängliche Kunst wird beständig», so die Deutschlehrerin.

Den Link zum Video hat Monika Stiller via Facebook an Barbara geschickt. Die anonyme Künstlerin war begeistert. So sehr, dass sie das Video selbst auf ihrer Seite mit über einer halben Millionen Followern geteilt hat.

Mittlerweile hat das Youtube-Video der Klasse über 100'000 Klicks. Die Lehrerin dazu: «Ich habe das selbst gar nicht gemerkt. Barbara hat mich darauf hingewiesen.» Die Kommentare auf das Video waren mehrheitlich positiv. Das Projekt war übrigens keine Prüfung oder Ähnliches. Die Schüler stehen kurz vor dem Abschluss. Das Projekt war quasi ein «Zückerli» zum Schluss.

Polizei ist nicht begeistert

Kritischer steht die Regionalpolizei dem Projekt gegenüber. Sie wurde von der Schule nicht informiert. So sagt René Lippuner, Polizeichef der Regionalpolizei Zurzibiet: «Grundsätzlich ist es verboten, Verkehrsschilder zu verändern, sei dies auch nur für kurze Zeit.»

Er habe nichts dagegen, wenn im Park Schilder auf diese Weise abgeändert werden. Lippuner hält die Aktion auch für gefährlich, denn es handle sich um einen Eingriff in die öffentliche Sicherheit. Er mahnt Nachahmer davor ab: «Wer beim Ändern einer Verkehrssignalisation erwischt wird, hat mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu rechnen.»