Oberstufe Aaretal

Bez in Kleindöttingen: 8 von 9 Gemeinderäten sagen Ja, Koblenz stellt Forderung

Die Schulanlage Rain in Kleindoettingen. Statt Sek- und Realschülern sollen hier in Zukunft Bezschüler unterrichtet werden. (Archiv)

Die Schulanlage Rain in Kleindoettingen. Statt Sek- und Realschülern sollen hier in Zukunft Bezschüler unterrichtet werden. (Archiv)

Die Gemeindeammänner der Region gaben bekannt: Mit Ausnahme von Koblenz wollen sämtliche Gemeinden die Schaffung eines neuen Gemeindeverbands Oberstufe Aaretal (OSA) vor die Wintergmeindsversammlung 2017 bringen.

Seit Mai 2016 ringen und diskutieren neun Gemeinden des Aaretals über eine Neugestaltung der Oberstufen-Schullandschaft (Böttstein, Döttingen, Full-Reuenthal, Klingnau, Koblenz, Leibstadt, Leuggern, Mandach und Schwaderloch). Am Mittwoch nun traten die Gemeindeammänner vor die Presse und gaben bekannt: Mit Ausnahme von Koblenz wollen sämtliche Gemeinden des Projekts die Schaffung eines neuen Gemeindeverbands Oberstufe Aaretal (OSA) vor die Wintergmeindsversammlung 2017 bringen.

Das heisst, dass die bestehenden Bezirksschulen in Leuggern und Klingnau (siehe folgende Grafik) geschlossen und durch eine neue Bez in Kleindöttingen (Gemeinde Böttstein) ersetzt werden sollen. Die Sekundar- und Realschüler besuchten künftig die Schulen in Leuggern und Klingnau. Der Se-Real-Standort in Leibstadt würde in diesem Szenario nicht mehr benötigt.

OSA gewinnt gegen OSUA

Auf heftigen Protest stiess das Vorhaben insbesondere bei der Schulführung der Kreisschule Oberstufe Unteres Aaretal (OSUA). Diese entwickelte ein Alternativmodell mit sämtlichen Schultypen (Bez, Sek, Real) unter einem Dach in Klingnau. Die Exekutiven der OSUA-Gemeinden Döttingen, Klingnau und Koblenz haben das Modell ihrer Oberstufenschulpflege geprüft, unterstützen aber das OSA-Modell.

«Döttingen bevorzugt das Projekt OSA mit einem einzigen Verband. Der Gemeinderat Klingnau unterstützt im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit in der Region die Bildung des Schulkreises OSA ebenfalls», teilen die Gemeinderäte mit. Nur Koblenz will erst später entscheiden (siehe Box unten).

Hintergrund des Projekts: Künftig gelten veränderte kantonale Vorgaben zur Grösse von Real-, Sekundar- und Bezirksschulen. Mit der OSA entsteht ein Verband mit über 500 Schülern (der grösste der Region), der die Vorgaben aus Aarau erfüllt. Mindestens 108 Schüler muss eine Bez künftig ausweisen. In Kleindöttingen sollen es dereinst 140 bis 150 sein.

Der Regierungsrat wird die gesetzlichen Bestimmungen spätestens ab Schuljahr 2022/23 umsetzen. Wo sich auf regionaler Ebene keine Lösung abzeichnet, wird der Kanton eingreifen müssen. Die neun Gemeinderäte sprechen denn auch von einer «selbstbestimmten Lösung für die Oberstufe des Aaretals» und sind überzeugt, dass ihr Model auch weitere Schulreformen überstehen würde.

Die beteiligten Gemeinden schlagen vor, per Schuljahr 2019/20 die neue Kreisschule zu schaffen. Die Kosten an den bestehenden Schulhäusern hielten sich in Grenzen: In Leuggern müssten 1,2 Mio. Franken investiert werden, in Kleindöttingen 300 000 Franken.

Für Bad Zurzach wirds kritisch

Eng bezüglich Schülerzahl wird es unter den gegebenen Vorgaben für den Bez-Standort in Bad Zurzach. «Wir sind nicht abgeneigt, Hand zu bieten», sagt Böttsteins Ammann Patrick Gosteli. Eine Möglichkeit bestünde darin, dass etwa Schüler aus dem Aare- oder dem Surbtal die Bez im Bezirkshauptort besuchen. «Aber in erster Linie tragen wir die Verantwortung für unsere eigene Talschaft», hält Gosteli fest.

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