Klingnau

Bei ihr stimmt die Chemie: Jasmin Frei (17) reist für Schüler-Olympiade nach Paris

Im Labor der Kantonsschule Wettingen ist Jasmin Frei voll in ihrem Element.

Im Labor der Kantonsschule Wettingen ist Jasmin Frei voll in ihrem Element.

Sie braucht ein bisschen Bedenkzeit, aber schliesslich kann Jasmin Frei die Frage, welches chemische Element sie wäre, doch beantworten: «Wahrscheinlich Fluor. Das löst viele Reaktionen aus und ist manchmal ein bisschen unberechenbar.» Tatsächlich war es in gewisser Weise unberechenbar, dass die junge Klingnauerin als eine von vier Schweizer Schülern im Juni nach Paris zur Internationalen Chemie-Olympiade reisen darf. Nach mehreren Prüfungen in der Schweiz steht sie nun im internationalen Finale des naturwissenschaftlichen Wettbewerbs in der französischen Hauptstadt. «Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so weit komme und mich jetzt mit internationalen Teilnehmern messen kann», erzählt die 17-Jährige. Zugegeben, ein bisschen Glück war auch dabei: Frei war die beste Silber-Medaillen-Gewinnerin bei der Zentralprüfung der Schweizer Chemie-Olympiade an der ETH Zürich. Da einer der Gold-Gewinner im Juni keine Zeit hat, rückt sie für ihn nach. Dabei wäre sie selbst gar nicht auf die Idee gekommen, sich für den Wettbewerb anzumelden. Ein Kollege, der wie sie die Kantonsschule Wettingen besucht, konnte sie allerdings zum Mitmachen motivieren.

Studium an der ETH als Ziel

80 Länder sind in der Finalrunde vertreten. Die Teilnehmer sind alle unter 20 Jahre alt und noch nicht an einer Hochschule eingeschrieben. Umrahmt von einem einwöchigen Freizeitprogramm müssen die Schüler in je einer theoretischen und praktischen Prüfung komplexe chemische Aufgabenstellungen lösen. So müssen beispielsweise Stoffe im Labor hergestellt und auf ihre Reinheit geprüft werden.

In solchen Tests hat Jasmin Frei bereits Übung, hat sie doch im Verlauf des schweizweiten Wettbewerbs bereits ähnliche Aufgaben absolviert. Nach des Einsendens eines online verfügbaren Tests war sie zunächst zur zweiten Runde an die Universität nach Bern gereist. Es folgten Vorbereitungswochenenden an der EPFL Lausanne und der Universität Zürich. Ihr Interesse für Chemie konnte Frei bei diesen Anlässen noch vertiefen.

5 Fragen an Jasmin Frei

Youtube/Science Olympiad

Sie ist fasziniert von Chemie, spricht von ihrer Stärke in Mathematik und wie man mittels mathematischer Berechnungen chemische Vorgänge analysieren könne. Auch ihre berufliche Zukunft sieht Frei momentan in diesem Fach, will sie doch an der ETH Chemie oder Interdisziplinäre Naturwissenschaften studieren. Früher sei zwar Tiermedizin ihr grosser Berufswunsch gewesen, da sie passionierte Reiterin ist.

In einem Praktikum habe sie allerdings gemerkt, dass die Bedingungen für Tierärzte schlecht seien. «Warum also nicht das Reiten als Hobby behalten und Chemie zum Beruf machen? Diese Leidenschaft könnte ich sonst nach der Schule eh nicht als Hobby beibehalten», sagt sie. Ein naturwissenschaftliches Studium, darin ist sie sich sicher, würde sie nicht enttäuschen.

Die Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade ist in dieser Hinsicht ein guter Ausweis. Die Erfolgschancen in Paris stehen, zumindest von der familiären Vorgeschichte aus betrachtet, nicht schlecht: Bereits Freis Cousine hat an einer Bio-Olympiade in der Finalrunde eine Bronze-Medaille geholt.

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