Im Sommer erhalten die Angehörigen des römisch-katholischen Pfarreienverbandes Zurzach-Studenland einen neuen Pfarrer: Raimund Obrist wird sein Amt am 1. August aufnehmen. Er tritt damit die Nachfolge von Urs Zimmermann an, der die Pfarrei Ende Oktober verliess. Obrist wird gleichzeitig Administrator für den Pfarreienverband und Pfarrer in der Verenapfarrei Zurzach.

Eine neue Herausforderung

Der 53-jährige Raimund Obrist kümmert sich seit über 13 Jahren um die katholische Kirchgemeinde Welschenrohr im Solothurner Jura; seit Februar 2013 ist er Pfarrer des Pastoralraumes Dünnernthal. Er verlasse sein derzeitiges Amt keinesfalls aufgrund von Enttäuschungen oder Spannungen, stellt Obrist auf Anfrage der az klar. «Ich möchte lediglich eine neue Herausforderung annehmen», sagt er. «Es ist für mich wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, noch einmal etwas ganz Neues anzufangen.»

Obrist ist in Littau aufgewachsen, das heute ein Teil der Stadt Luzern ist. Das Zurzibiet kennt er bereits ein wenig: «Vor der Priesterweihe habe ich ein halbjähriges Praktikum in der Pfarrei Döttingen gemacht», erzählt Obrist. Er sei im letzten Jahr auf die Stelle im Zurzibiet aufmerksam gemacht worden und habe sich daraufhin die Pfarrei angesehen – und es hat geklappt: «Ich freue mich sehr darauf, an einem so geschichtsträchtigen Gottesdienstort wie Bad Zurzach tätig sein zu dürfen», sagt Obrist. «Besonders die Ausgrabungen aus der Römerzeit faszinieren mich, schliesslich war frühere Kirchengeschichte ein Schwerpunkt meines Theologiestudiums.»

Da wurde er hellhörig

Obrist blickt seinem Amtsantritt positiv entgegen, jedoch: «Ich wurde hellhörig, als ich in der Zeitung die kritischen Worte meines Vorgängers über die Stelle las», sagt er. «Eigentlich hatte ich nicht im Sinn, auf einem ‹Schleudersitz› Platz zu nehmen. Ein offenes Gespräch mit den Anstellungsbehörden hat meine Bedenken aber mittlerweile zerstreut.»

Er könne keine Wunder vollbringen und verstehe sich auch nicht als Heilsbringer, der alles besser machen will, sagt Obrist. «Ich will aber sicherlich tun, was in meinen Möglichkeiten liegt und an dem bestehenden Netzwerk in der Pfarrei und im Verband weiterknüpfen.» Als Ausgleich zu seiner Arbeit werde er auch künftig viel in der Natur unterwegs sein, sei es auf dem Velo, auf den Ski oder zu Fuss – nicht mehr so oft im Jura, dafür häufiger im Zurzibiet.