Bad Zurzach

Bald soll es kaum mehr Autos im Flecken geben – Einsprachen gegen «Bahnhofspange»

Diesen Freitag startet der Bau der Ostumfahrung in Bad Zurzach, um das Zentrum vom Verkehr zu entlasten. Das gleiche Ziel verfolgt das Projekt «Bahnhofspange». Dagegen sind mehrere Einsprachen eingegangen.

Nun ist es so weit: Am Freitag starten die Bauarbeiten der Ostumfahrung in Bad Zurzach. Mit dem rund 75 Millionen Franken teuren Bauprojekt will der Kanton den historischen Marktflecken vom Durchgangsverkehr befreien. Die Fleckenumfahrung ist gleichzeitig auch der Startschuss zur Umsetzung des 18 Millionen Franken teuren Fleckenkonzepts der Gemeinde, das ebenfalls seinen Beitrag zur Verkehrsentlastung leistet.

Das Baugesuch «Bahnhofspange» ist die erste Phase der schrittweisen Realisierung des Konzepts und lag bis 20. Dezember öffentlich auf. Dagegen sind mehrere Einwendungen eingegangen, wie Christian Burger, Leiter Bau, Planung und Umwelt, auf Anfrage mitteilt. Er hofft aber trotz Einwendungen, dass es zu keinen grösseren Verzögerungen kommt.

Verschiedene Varianten stehen zur Diskussion

Mit dem Projekt «Bahnhofspange» soll der Innerortsverkehr über die neue Verbindungsstrasse vorbei am Bahnhof geleitet werden. Es ist vorgesehen, dass vom Grenzübergang her nach der Eisenbahnbrücke und der Garage Glocke eine neue Abzweigung in die verlängerte Bahnhofstrasse zum Bahnhof führt.

Im Baugesuch ist auch das Projekt «Promenadenstrasse/Schwertgasse» erwähnt, das wie die «Bahnhofspange» Bestandteil des Fleckenkonzepts ist. Demnach soll der Verkehr in der Schwertgasse zwischen der Reformierter Kirche und dem Rathaus reduziert oder ganz verbannt werden.

«Es stehen verschiedene Varianten zur Diskussion – ob die Schwertgasse eine Begegnungszone oder komplett verkehrsfrei wird, steht noch nicht fest», sagt Christian Burger. Am 29. Februar kann sich die Bad Zurzacher Bevölkerung an einem Workshop zum Fleckenkonzept einbringen.

Die alte Brockenstube muss weichen

Auf der Bahnhofstrasse soll neu Tempo 30 gelten, der Bereich vor dem Bahnhof wird zur Begegnungszone, in der die Fussgänger Vortritt haben und eine Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde gilt. Die Strasse wird soweit wie möglich zu den Gleisen hin verschoben, damit sie auf eine Breite von 5,7 Metern ausgebaut werden kann und so das Kreuzen zweier Busse oder Lastwagen möglich macht.

Vier Gebäude – unter anderem die alte Brockenstube – und die heutige Sammelstelle müssen abgebrochen werden. Mit der Umsetzung des Projekts «Bahnhofspange» erneuert die Gemeinde gleichzeitig auch die Abwasser- sowie Wasserleitungen und errichtet entlang der gesamten Bahnhofstrasse eine neue Beleuchtung mit LED-Lampen. Im kommenden Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen, im Herbst 2021 sollen die ersten Autos über die neue Bahnhofstrasse rollen.

Während die Bahnhofspange den Ost-West-Verkehr von der Altstadt fernhalten soll, leitet die Fleckenumfahrung den Nord-Süd-Verkehr an Bad Zur­zach vorbei. Die Fahrzeuge werden ab 2024 vom Achenberg herkommend vor der Ortseinfahrt rechts am Bezirkshauptort vorbeigeleitet. Nach rund 200 Metern führt die neue Strasse in einen über 500 Meter langen Tunnel. Kurz vor dem Bahnuntergang und dem Zoll kommen die Fahrzeuge auf der Promenadenstrasse wieder ans Tageslicht.

Das Flecken-Zentrum soll zum Lebensraum werden

Mit der Ostumfahrung entfällt ein Grossteil der rund 10'000 Fahrzeuge, die heute täglich durchs Zentrum von Bad Zur­zach fahren. Diese Entlastung vom Durchgangsverkehr wird den Alltag im mittelalterlichen Flecken verändern. Das Zen­trum der Gemeinde wird zum Lebensraum, so das Ziel.

Mit dem Fleckenkonzept soll der verbleibende Innerortsverkehr durch geeignete Massnahmen beruhigt und das Ortsbild durch die Schaffung von Aufenthalts- und Erlebnisräumen qualitativ aufgewertet und neu inszeniert werden. Den 18 Millionen Franken hohen Kredit für das Konzept sprachen die Bad Zurzacher an der Gemeindeversammlung im vergangenen Sommer.

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