Klingnau

Babyboom macht neuen Kindergarten-Pavillon nötig – Lernende mit genialer Idee

Der Kindergarten zählt nun schon 84 Buben und Mädchen. Das machte den Neubau eines Pavillons für die vierte Abteilung nötig. Und beim Doppelkindergarten aus den 60er-Jahren besteht Handlungsbedarf.

Eine lange Schlange bildet sich am Samstag beim Tag der offenen Tür des neuen Kindergarten-Pavillons in Klingnau: Buben und Mädchen stehen an für die rote Rutsche, die vom neuen Pavillon hinab führt. Ihr Jauchzen ist unüberhörbar. Ihre Bäckchen glänzen rot. 

Den neuen Pavillon, ein Stahl-Holzbau, hat die Gemeinde für die vierte Abteilung des Kindergartens erstellt. Er steht auf dem 2012 gebauten Pavillon, in dem die dritte Abteilung unterrichtet wird. Zum Eingang und zur Rutsche führt eine Treppe. Die Rutsche ins Spiel gebracht hatten die Lernenden Dominik Keller und Claudio Galli von der Architeke AG aus Brugg. Diese hat den Bau unter Architekt Beat Klaus realisiert. "Wir wollten ein schönes Erlebnis für die Kinder schaffen", erzählt Dominik Keller, der in Klingnau in Sichtweite des Kindergartens wohnt. Das ist offensichtlich gelungen. Für die Kindergärtler ist die Rutsche genial. 

Kinderboom als Auslöser

Die vierte Abteilung des Kindergartens wurde nötig wegen des Babybooms in der Gemeinde. Der Kanton schreibt 25 Kinder als maximale Obergrenze pro Abteilung vor. Zurzeit zählt Klingnau 84 Kindergärtler, Tendenz steigend. Die Kinder werden seit Ende Oktober im neuen Pavillon im Gäntert unterrichtet. Zuvor waren sie in einem Schulzimmer eines Pavillons im Propsteiareal untergebracht. 

Das grosse Zimmer im neuen Pavillon.

Das grosse Zimmer im neuen Pavillon.

«Wir haben uns bewusst für eine etwas teurere Aufstockung entschieden», sagt der fürs Ressort Schule zuständige Stadtrat Kuno Schumacher. Der nebenan stehende Asylcontainer, seit letztem Jahr nicht mehr bewohnt, wird demnächst abgerissen. Auch dieser Standort wäre für den Neubau denkbar gewesen. Doch so verfüge die Gemeinde über eine Landreserve, sagt Schumacher. Als weiteren Grund für die Aufstockung fügt er an, dass der erdgeschossige Pavillon nun bei starker Sonneneinstrahlung vor Überhitzung geschützt sei. Ansonsten hätte hier Handlungsbedarf bestanden. Architekt Beat Klaus erklärt, dass ein zweigeschossiger Kindergartenbau im Aargau zwar eine Seltenheit sei. "Die innere Verdichtung ist allerdings wertvoll", sagt er. 

Nächste Herausforderung beim Doppelkindergarten

Der neue Pavillon verfügt nebst Spielzimmer, Garderobe, Küche und WC über ein Zimmer, das für die Schulische Heilpädagogik des gesamten Kindergartens genutzt wird. Die Räume sind hell und freundlich. Aus den grossen Fenstern blicken die Kinder aufs Städtchen und den Friedhof. Für den Bau stand eine Kreditsumme von 920'000 Franken zur Verfügung. "Wir werden diesen Betrag nicht überschreiten", kündet Schumacher an. Allerdings stehe bald auch die Erneuerung des 1963 gebauten Doppel-Kindergartens mit den zwei Abteilungen an. "Hier besteht Handlungsbedarf.

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