Bad Zurzach

Authentisches Klangbild aus zwei Jahrhunderten

Glanzpunkte setzte der Countertenor Alex Potter (rechts).

Glanzpunkte setzte der Countertenor Alex Potter (rechts).

Das Barock-Ensemble «la fontaine» und Countertenor Alex Potter haben im Verenamünster Bad Zurzach «alte Musik» präsentiert. Rund 300 Zuschauer fanden den Weg ins katholische Gotteshaus.

Es gehört zur Tradition, dass Musikfreunde aus Bad Zurzach und Umgebung den ersten Tag des neuen Jahres mit einem Besuch des Neujahrskonzerts im Verenamünster ausklingen lassen. Daher war es nicht verwunderlich, dass sich auch in diesem Jahr an die 300 Zuhörer im katholischen Gotteshaus einfanden. Sie erlebten einen Konzertabend, der nachhaltig beeindruckte.

Barockensemble «la fontaine»

Wie in den Vorjahren hatte die katholische Kirchengemeinde als Organisatorin – unterstützt von der Stiftung St. Verena, von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden, vom Kernkraftwerk Leibstadt, vom Aargauer Kuratorium, von der Einrichtung «Migros Kulturprozent» und von Dieter Braun (Bad Zurzach) – das Barockensemble «la fontaine» verpflichtet. Dieses besteht seit den Achtzigerjahren und hat sich der Pflege «alter Musik» verpflichtet.

Die Orientierung an historischen Spielweisen und die Verwendung historischer Instrumente prägen die Spielweise des Ensembles. In Bad Zurzach waren es vor allem Rainer Johannsen auf einem historischen Fagott und Catherine Motus und Simen van Mechelen (historische Posaunen), die die historische Dimension zum Tragen brachten. Das Ergebnis war ein äusserst authentisches Klangbild der Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das die Zuhörer mitten hinein in eine konzertante Aufführung dieser Zeit versetzte.

Musik vom Habsburger Hof

Zu hören waren ausschliesslich Werke von Komponisten, die im Dienst des kaiserlichen Hofs in Wien standen. Es waren jedoch weder Walzer noch Polkas, die zur Aufführung gelangten, sondern ausgesuchte, eher selten gespielte sakrale Kostbarkeiten. Von Johann Josef Fux erklangen zwei Sonaten, von Antonio Caldara die Arie «Cosiu a Fiume», von Johann Georg Albrechtsberger das Konzert für Posaune und Streicher in B-Dur, von Ignaz Maria Conti die Oratorienarien «Se potesse la mia mente» und «Fuggo d`una altra selva» und von Marc Antonio Zioni das Marienlied «Alma Redemptoris Mater».

Sein besonderes Gepräge erfuhr das Konzert durch das Mitwirken des aus England stammenden, in Basel wohnhaften Countertenors Alex Potter. Seine voluminöse, aber dennoch weiche Stimme faszinierte die Zuhörer ebenso wie seine Befähigung, atemtechnisch lange Passagen mit Bravour durchzustehen. Überhaupt erwies er sich mit seinem koloratursicheren Gesang für die vorgetragenen reich verzierten Arien als Idealbesetzung. Ein speziell beeindruckendes Klangbild entfaltete sich, als Potter die Marienarie Contis, begleitet von Fagott und dem warmen Klang der Posaunen, von der Empore des Gotteshauses aus vortrug.

Alle Interpreten, neben den bereits genannten Regula Keller und Jörn Sebastian Kuhlmann (beide Violine), Reto Cuonz (Violoncello), Giuseppe Lo Sardo (Violone) und Michael Behringer (Orgel), bestachen durch eine perfekt feinfühlige und präzise Interpretation.

Die Freude am Musizieren, sichtbar in Gestik und Mimik, war unverkennbar, und diese Freude übertrug sich auch auf das Publikum, das seinen Dank in einem lang anhaltenden Beifall zum Ausdruck brachte.

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