Klingnau

«Austrinkete» im Elefanten Musik Pub: Nach 28 Jahren geht eine Ära zu Ende

Katalin Csáki (von links), Barfrau Sonja Knapp und Béla Csáki verabschieden sich heute im «Elefanten Musik Pub» in Klingnau von ihren Gästen.

Katalin Csáki (von links), Barfrau Sonja Knapp und Béla Csáki verabschieden sich heute im «Elefanten Musik Pub» in Klingnau von ihren Gästen.

Weil er das Lokal aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst führen kann, hört Wirt Béla Csáki nach fast dreissig Jahren auf. Ein Rückblick auf die schönsten und schwierigsten Momente im Elefanten Musik Pub.

Seit fast 28 Jahren führt Wirt Béla Csáki das Elefanten Musik Pub im Klingnauer Städtchen. Seit rund einem Jahr kann er das Lokal aber aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst führen. Seine Frau Katalin Csáki sprang kurzerhand für ihn ein. Heute Mittwoch ist Schluss: Mit der «Austrinkete» verabschiedet sich das «Elefanten»-Team von seinen Gästen. Wirt Béla Csáki wird wohl aber nicht persönlich vor Ort sein.

Dass der «Elefanten» nun schliesst, mache ihn sehr traurig, schreibt Béla Csáki. Ein persönliches Gespräch mit ihm war nicht möglich. Der gebürtige Ungare nahm sich aber die Zeit, die Fragen via E-Mail zu beantworten. Er habe fast sein ganzes Berufsleben im «Elefanten» verbracht, so der 62-Jährige.

Auf einmal zogen echte Elefanten durch das Städtchen

«Das waren wunderschöne Jahren mit sehr vielen, schönen Momenten und Erinnerungen.» Ein ganz besonderer Tag war der Samstag, 12. Mai 2007: Zwei echte Elefanten zogen durch das Städtchen. Vor dem Elefanten Pub liessen sich die 3,5 Tonnen schweren Elefantenkühe «Mocamba» und «Somali» aus «Wendel Hubers Elefantenshow» mit Popcorn füttern. «Das war ein Traum von mir. Niemand glaubte so richtig daran. Umso grösser war die Freude, als es klappte.»

Von den vergangenen rund 28 Jahren besonders in Erinnerung blieb dem Wirten der Besuch der beiden Elefanten 2007.

Von den vergangenen rund 28 Jahren besonders in Erinnerung blieb dem Wirten der Besuch der beiden Elefanten 2007.

Für viel Begeisterung sorgten auch die zahlreichen Konzerte im «Elefanten». 2007 organisierten Thomas Gautschi von der Kulturkommission Kultur im Städtli und Béla Csáki erstmals ein dreitägiges Open Air im Schlosshof. «Dies zehn Jahre lang zu machen, hat mir immer grosse Freude bereitet», schreibt Béla Csáki.

Genesung dauert länger als geplant

Das Pub musste aber auch beschwerliche Zeiten überstehen. Einer der schwierigsten Momente für den Wirt war der Tod seines Geschäftspartners, Tauchkollegen und langjährigen Freundes Christoph Zwicky, mit dem er den «Elefanten» eröffnete. In die nationalen Schlagzeilen geriet das Pub unfreiwillig 2002, als eine Gruppe Skinheads zwei junge Türken verprügelten. Die Tat geschah 100 Meter vom Pub entfernt, sein Lokal wurde aber immer wieder in den Berichten erwähnt. Béla Csáki fühlte sich verpflichtet, klarzustellen: «Wir sind kein Skinhead-Treff!» 

Was den Wirt besonders stolz macht: «Die Gäste, die vor 28 Jahren im Pub verkehrten, kommen heute mit ihren Kindern, und teilweise gar mit ihren Enkelkindern.» Es sei ihm ausserdem wichtig, zu erwähnen: «Wir hatten sehr gute Mitarbeiterinnen, beispielsweise Sonja Knapp, die seit 21 Jahren im Pub arbeitet. Oder meine Frau Kata, die über 15 Jahre im Betrieb ist.»

Ursprünglich war die Austrinkete auf Ende Jahre geplant. Wegen Corona muss Béla Csáki aber bereits früher einen Schlussstrich ziehen. «Finanziell ist es für uns nicht mehr tragbar.» Auch sein Gesundheitszustand mache nur langsam Fortschritte, langsamer als er sich das vorgestellt habe. «Für mich gibt es momentan nur ein Ziel: Wieder gesund werden.»

Im Februar ist die Neueröffnung geplant

Dennoch schreibt er: «Ich brauche noch viele Therapien, aber es sieht gut aus.» Nach der Austrinkete werde der «Elefanten» von einer bekannten Brugger Innendesignerin neu als einladende Bar-Lounge gestaltet, sagt Georges Häfeli von der Liegenschaftsbesitzerin Elefrères AG.

Im Februar ist die Neueröffnung der Klingnauer Elefanten Bar geplant. «Wir stehen mit verschiedenen Mietinteressenten bereits in Kontakt», sagt Georges Häfeli weiter.

Meistgesehen

Artboard 1