Dass es am Samstag in Klingnau zu einem Freundschaftsspiel zwischen Beinahe-Aufsteiger Aarau und Aufsteiger Klingnau kommt, ist zu einem grossen Teil Varol Tasar zuzuschreiben.

Viel war über den Transfer des Stürmers von Aarau zu Servette geschrieben und gesagt worden.

Und auch der FC Klingnau spielte dabei eine Rolle. Roger Meier, Präsident des Zurzibieter Klubs, meldete im Frühjahr Ansprüche an und wollte an der Transfersumme beteiligt werden.

Tasar spielte 2016 einige Monate für Klingnau und gewann mit dem damaligen Zweitligisten den Aargauer Cup, ehe es ihn Richtung Aarau zog.

10 000 Franken wollte «Tasar-Entdecker» Meier vom FC Aarau. Schliesslich hatte der Challenge-League-Verein für dessen Weiterverkauf kolportierte 500 000 Franken erhalten. Doch Aaraus Sportchef Sandro Burki wies die Forderung zurück.

Stattdessen wurde ein Freundschaftsspiel vereinbart, die Differenzen wurden beigelegt.

Klingnaus Präsident Roger Meier forderte vom FC Aarau eine Beteiligung am Transfer von Stürmer Varol Tasar. Bild: Chris Iseli

Klingnaus Präsident Roger Meier forderte vom FC Aarau eine Beteiligung am Transfer von Stürmer Varol Tasar. Bild: Chris Iseli

Auch wenn der FC Aarau betonte, dass das Spiel nicht Bestandteil eines Deals, sondern ein Entgegenkommen im Rahmen des 70-Jahre-Jubiläums des FC Klingnau sei, so ist unter vorgehaltener Hand doch klar: Das Freundschaftsspiel ist auch dem Tasar-Transfer zu verdanken.

Meier schickte Tasar eine Einladung

Doch was macht eigentlich Varol Tasar, wenn heute auf dem Sportplatz Grie seine beiden Ex-Klubs gegeneinander spielen? Roger Meier hat ihm eine Einladung geschickt. Aber Tasar kann nicht. Er bestreitet mit seinem neuen Arbeitgeber Servette ein Testspiel gegen Lausanne. Dieses findet fast zeitgleich statt.

«Ich wäre gerne gekommen», sagt der 22-Jährige, der letzte Woche eine Wohnung in Genf bezogen hat, die Wochenenden aber noch immer in Bad Zurzach verbringt. Im Duell seiner Ex-Klubs drücke er dem FC Aarau ein bisschen mehr die Daumen, «aber es ist ja nur ein Freundschaftsspiel, es soll einfach ein schöner Nachmittag für alle Beteiligten werden».

Ob mit oder ohne Tasar, beim FC Klingnau ist die Vorfreude gross. Präsident Meier geht davon aus, dass der FC Aarau in Bestbesetzung auflaufen wird. «So ein Spiel hat es bei uns noch nie gegeben», sagt er und hofft, dass die Atmosphäre an den letztjährigen Auftritt im Schweizer Cup anknüpft. «Der Eintritt ist frei, ich hoffe, dass vor allem die Fussball-Fans aus dem Zurzibiet die Gelegenheit nutzen werden», sagt Meier.

Gegen YB mit Chapuisat und Häberli

Speziell ist die Partie auch für Gianluca Pasanisi. Für den neuen Klingnau-Trainer ist es das erste Spiel mit seiner Mannschaft – und das gleich gegen einen namhaften Gegner. «Es wird ein einmaliges Erlebnis», ist er überzeugt. Wobei, genau genommen hat er Ähnliches schon einmal erlebt: Als Spieler des 2.-Liga-inter-Klubs FC Bern hat Pasanisi einst ein Testspiel gegen YB bestritten. Stéphane Chapuisat und Thomas Häberli hiessen damals die Gegenspieler. Auch damals war ein Jubiläum der Anlass des Spiels.

Über den heutigen Gegner sagt Pasanisi: «Der FC Aarau hätte den Aufstieg in die Super League mehr als verdient. Dass wir jetzt nur gegen einen Challenge Ligisten antreten, spielt überhaupt keine Rolle. Der FC Aarau ist eine Klassemannschaft.» Für die Spieler des letztjährigen Kaders sei der Match gegen Aarau eine Aufstiegs-Belohnung, für die Neuzugänge ein Geschenk. «Auch als Amateure wollen wir eine gute Figur machen», sagt Pasanisi. Er fordert Mut von seinen Spielern und die Courage, neue Sachen auszuprobieren. «Und falls wir verlieren, hoffe ich, dass wir nicht zu hoch verlieren.» Denn das Erlebte soll als Motivation dienen für die neue Saison in der neuen Liga.