Politische Themen und die Arbeit in den Reben haben mehr Gemeinsamkeiten, als man auf den ersten Blick bemerkt. Dies zeigten CVP-Ständeratskandidatin und Nationalrätin Ruth Humbel sowie CVP-Nationalratskandidat Andreas Meier bei ihrer Wahlveranstaltungsreihe «Reben und Politik» an acht verschiedenen Stationen im Kanton Aargau.

An diesem Wochenende waren sie beim finalen Anlass im Schloss Klingnau zu Gast – mit hohem Besuch, so war auch Bundesrätin Doris Leuthard mit dabei und stellte sich den Fragen der Bevölkerung.

Vergleiche von Reben und Politik

«Es gibt spannende Vergleiche zwischen der Arbeit in den Rebbergen und der Politik», sagte Hobbywinzerin Ruth Humbel gleich zu Beginn der Veranstaltung. Genauso wie äussere Einflüsse auf die Reben wirken, so haben auch äussere Geschehnisse Einfluss auf die Wahlen. «Es wird eine gute Ernte werden», ergänzt Meier, «es wird zwar kein grosser Jahrgang, dafür ein qualitativ sehr guter.» Was die Wahlen betrifft, wird man erst am kommenden Wochenende sehen können, wie die Ernte für die CVP ausfällt.

Rückblickend auf die letzte Legislatur hat der Bundesrat bei einigen Dossiers eine gute Ernte zu verzeichnen, wie Doris Leuthard kurz darauf bei ihrer Rede betonte. Rund 510 Gesetze wurden verabschiedet, in einigen wichtigen Punkten wie der AHV, der Neugestaltung der Bahnlandschaft sowie der Sicherung des Finanzplatzes Schweiz konnten die Weichen gestellt werden. Allerdings gibt es auch Schwierigkeiten im Parlament. Einige Politiker konzentrierten sich zu fest auf die Aussenwirkung, bei der eigentlichen Arbeit fehle es jedoch oft an Elan: «Die, die wirklich hart arbeiten, werden vom System gestraft.»

Im Zentrum jedoch standen Fragen, welche der lokalen Bevölkerung unter den Nägeln brennen – wie die Energiepolitik. «Der Aargau bleibt ein Energiekanton», stellte die Bundesrätin gleich zu Beginn klar.

«Auch wenn ein Atomkraftwerk vom Netz geht, braucht es 20 Jahre für den Rückbau.» Dies würde weiterhin Arbeitsplätze generieren.

Zudem müsse man auf Innovation setzen: «Das Paul-Scherrer-Institut ist ein Kompetenzzentrum», so Leuthard, welches mit dem Park InnovAARE zusätzlich gestärkt werde. «In Brugg haben wir noch den Wasserstoffbus, das ist ein schweizerisches Pilotprojekt.» So ist und bleibe die Energie ein wichtiger Pfeiler für den Kanton.

Der starke Franken bewegt

Auch das Thema des starken Frankens kam zur Sprache – gerade das Untere Aaretal ist als Grenzregion stark davon betroffen. «Gewisse Preisunterschiede sind nicht mehr erklärbar – da müssen wir unsere Hausaufgaben machen», sagt Leuthard.

Probleme sieht sie dabei in der Bürokratie: «Gerade bezüglich der Landwirtschaft sollte man die Vorschriften auf ein sinnvolles Mass beschränken.» Man kann annehmen, dass dies auch den lokalen Winzern von Klingnau zugute kommen würde.