Er stammt aus Napoli, sie aus Rekingen. Er ist seit 30 Jahren im Geschäft, sie seit 34. Im Saanenland haben sie sich kennen gelernt. Die letzten zehn Jahre wirtete das Ehepaar Gennaro und Gabriela Amitrano im «Ochsen», einem unter Heimatschutz stehenden Gebäude im Herzen von Bad Zurzach.

Anfang März sind sie umgezogen. 140 Meter Richtung Osten. Ins Gasthaus zum Schwert. Denkmalgeschützt, im Besitz der Gemeinde, zwei Jahre ungenutzt. Der letzte Wirt im «Schwert» war Adrian Brantschen. Dieser hat eine kleine Odyssee hinter sich. Im Sommer 2017 musste er als Pächter der Kleindöttinger «Linde» die Bilanz deponieren. Er beklagte sich, dass er wegen der hohen Pacht von monatlich 10'000 Franken in den Konkurs getrieben wurde (AZ vom 22.11.). Laut Amtsblatt hat das Konkursamt Aargau das Konkursverfahren per Ende Februar 2018 abgeschlossen.

Eine hohe Pacht war auch für die Amitranos mit ein Grund, den Vertrag im Bad Zurzacher «Ochsen» nicht zu verlängern. Zehn Jahre waren sie gebunden. Hätten sie die Möglichkeit gehabt, wären sie wohl früher gegangen.

Bereits seit Januar 2017, nachdem die Amitranos ihren Abschied angekündigt hatten, wird ein Nachfolger gesucht. Der «Ochsen» gehört der Lausanner Immobilienfirma Régie du Rhône. Laut einem Inserat im Internet verlangt sie 4000 Franken Pacht monatlich plus 1000 Franken Nebenkosten. Die Mindest-Vertragslaufzeit beträgt erneut zehn Jahre. Es dürfte, trotz erfolgtem Preisabschlag, schwerfallen, für die Räumlichkeiten, in die in den letzten Jahren kaum investiert wurde, einen Pächter zu finden.

Von London nach Bad Zurzach

Gennaro und Gabriela Amitrano sind glücklich und zuversichtlich in ihrem neuen Gasthaus. «Dank dem guten Zusammenspiel von Gemeinde, Behörde, Gewerbeverein, Lieferanten und zahlreichen Heinzelmännchen im Hintergrund konnten wir im neuen ‹Schwert› Wiedereröffnung feiern», sagen sie.

Der Betrieb wurde langsam hochgefahren. Als letztes wird, sobald es das Wetter zulässt, die Pergola geöffnet. Und ab Mitte April wird mit Filippo Salzano ein junger, dynamischer Koch dazustossen. Salzano gehörte bereits in der Vergangenheit dem Team an, eröffnete dann an der King’s Road in London einen kleinen «Italiener», ehe er sich aus privaten Gründen zur Rückkehr in die Schweiz entschied. Gabriela Amitrano beschreibt die Küche im «Ochsen» als «mediterran mit einem Hauch Schweizer Spezialitäten».

Veränderung in Krone Rietheim

Auch in der «Krone» in Rietheim kommt es zu einer Veränderung. Pächterin Christel Gsponer übergibt das Restaurant wieder an seinen Besitzer Anton Frank. «Die Entscheidung zu diesem Schritt fiel uns überhaupt nicht leicht, aber wir sind doch sehr froh, künftig wieder mehr Zeit für die Familie zu haben», lautet die Begründung. Der Betrieb wird per 28. März vorübergehend geschlossen. Am 6. April öffnen die Türen wieder. Christel Gsponer wird in einem reduzierten Pensum als Geschäftsführerin der Krone erhalten bleiben.

Veränderungen in der Aargauer Gastro-Szene: