Döttingen

Atomgegner fordern, das AKW Beznau rasch abzuschalten

Grüne um Nationalrätin Irène Kälin (Mitte) fordern 2014, das AKW Beznau nach 45 Betriebsjahren abzuschalten.

Grüne um Nationalrätin Irène Kälin (Mitte) fordern 2014, das AKW Beznau nach 45 Betriebsjahren abzuschalten.

Der Bundesrat ignoriere die Gefahr die täglich vom ältesten Atomkraftwerk der Welt ausgehen, monieren die Kritiker.

In drei Monaten geht das AKW Mühleberg vom Netz – nach 47 Jahren Laufzeit. Die Betreiberfirma BKW entschied sich für die Abschaltung, weil eine Nachrüstung des Kraftwerks zu teuer gewesen wäre.

Beznau läuft schon drei Jahre länger als Mühleberg und soll laut Willibald Kohlpaintner, Leiter Kernenergie bei der Axpo, bis 2030 weiterbetrieben werden. Einen fixen Abschalttermin für das AKW Beznau gibt es nicht.

Das Werk verfügt über eine unbefristete Betriebsbewilligung und darf deshalb so lange am Netz bleiben, wie es von der Atomaufsicht Ensi als sicher eingestuft wird.

Für die Grünen-Nationalrätin Irène Kälin wäre es längst Zeit, das AKW ausser Betrieb zu nehmen. «Das marode Beznau 1 ist mit denkwürdigen 50 Jahren das älteste AKW der Welt.

Bundesrat und Parlament ignorieren die Gefahr, die täglich vom Uralt-Reaktor ausgeht und gewichten die Interessen der AKW-Betreiber noch immer höher als den Schutz der Bevölkerung», kritisiert Kälin zum 50. Jahrestag der Inbetriebnahme auf der Website der Grünen. «Das muss sich endlich ändern – Beznau 1 gehört abgeschaltet», fordert sie.

Nicht nur die Grünen, sondern auch die SP und mehrere Umweltorganisationen fordern die sofortige Abschaltung des AKW Beznau. Vor dem Sitz der Atomaufsicht Ensi in Brugg werden regelmässig Mahnwachen von Atomgegnern durchgeführt, vor drei Jahren beteiligten sich rund 6000 Personen am «Menschenstrom gegen Atom», einer Kundgebung im Aargau, im März 2014 kletterten über 100 Greenpeace-Aktivisten auf das AKW-Gelände, einige von ihnen seilten sich am Reaktorgebäude ab.

Block 1 des Kraftwerks war von März 2015 und März 2018 für drei Jahre ausser Betrieb. Grund waren mehr als 900 Schwachstellen im Reaktordruckgefäss. Diese stellten sich als Aluminiumoxid-Einschlüsse heraus, die Atomaufsichtsbehörde Ensi kam aber zum Schluss, dass sie keine Gefahr für den sicheren Weiterbetrieb des AKW darstellen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1