Das Spital Menziken muss massiv sparen. Weil sich für das laufende Jahr ein grösserer Verlust abzeichnet, hat der Verwaltungsrat der Asana Gruppe AG, zu der auch das Spital Leuggern gehört, laut az-Informationen einschneidende Massnahmen beschlossen: In Menziken werden unter anderem 20 Vollzeitstellen gestrichen, dies in zwei Etappen bis Ende 2014 beziehungsweise März 2015. Die ersten Angestellten haben die Kündigung bereits erhalten.

In Leuggern ist die Situation weit weniger dramatisch als in Menziken. «Momentan haben wir 170 Vollzeitstellen – aber mehr als 170 Angestellte, weil viele Teilzeit arbeiten», sagt Spitaldirektor René Huber. Der Verwaltungsrat habe vor ein paar Wochen beschlossen, den Stellenplan auf diesem Stand einzufrieren. Das heisst: «Wir entlassen keine Mitarbeitenden, schaffen aber auch keine neuen Stellen», so Huber. Da man auch interne Prozesse optimiere, sei der Spitalbetrieb mit dem derzeitigen Personalstand machbar. Einzelne Stellenprozent-Verschiebungen unter den Abteilungen seien möglich.

Beiderorts gleich viele Patienten

Warum streicht man in Menziken Stellen, nicht aber in Leuggern? Das liege daran, dass Menziken bisher mehr Vollzeitstellen hatte als Leuggern, aber gleich viele Patienten.

«Im Sommer gab es bei der Auslastung zwar ein kleines, ferienbedingtes Loch», so Huber, «aber insgesamt konnte das Spital Leuggern in diesem Jahr rund 250 stationäre Patienten mehr betreuen als 2013». Zudem habe man 2014 erstmals mehr als 600 Geburten in Leuggern verzeichnet, kürzlich wurde eine dritte Geburtenstation eröffnet. Auch die Notfallabteilung stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Zwar weist die Statistik für das Jahr 2013 einen Rückgang der Notfälle von 8041 (2012) auf 7771 im Jahr 2013 aus. Doch im Vergleich mit den Zahlen vor 15 Jahren haben sich die Notfälle mehr als verdoppelt. Kurz – das Spital Leuggern boomt, im Gegensatz zu Menziken.

Spitaldirektor Huber versichert denn auch, die Leuggemer Angestellten müssten keineswegs um ihre Jobs fürchten. «Der Trend für den Standort Leuggern ist sehr positiv.» Huber gibt zu bedenken, dass Leuggern und Menziken die Regionalspitäler mit dem tiefsten Basispreis im Aargau seien. «Aber wir stehen diesbezüglich in Verhandlungen mit den Krankenkassen. Es sieht danach aus, als ob der Basispreis per 2015 angehoben wird.»

Während man im unteren Aaretal aufatmen kann, ist der Stellenabbau in Menziken gravierend für die Region. Unter dem Strich verschwindet jede zehnte Stelle am Regionalspital, das eines der grössten Arbeitgeber im Wynental ist. Spital-Direktor Daniel Schibler hält aber fest: «Der Abbau erfolgt nicht allein durch Kündigungen. Wo immer möglich wurden natürliche Abgänge und Pensionierungen zur Erreichung des vorgegebenen Ziels genutzt.» Zur Höhe des erwarteten Verlusts äussert sich Daniel Schibler nicht. An einer Mitarbeiter-Information vor wenigen Wochen war laut mehreren Angestellten von 1,2 Millionen Franken für das Spital Menziken die Rede. Auf welchen Stichtag sich diese Zahl bezieht, ist unklar. Inzwischen soll der Verlust für das laufende Jahr jedoch noch grösser geworden sein.

Aus Leuggern sind keine aktuellen Zahlen bekannt. 2013 resultierte jedoch bei einem Betriebsertrag von 33,7 Millionen Franken ein Gewinn von 310 000 Franken. 2012 hatte der Gewinn noch bei rund 900 000 Franken gelegen.

Grund für den Verlust und den Stellenabbau ist laut Asana-Verwaltungsrat der gestiegene Kostendruck im Gesundheitswesen. Deshalb müsse die «Aufwand- und Ertragssituation nachhaltig in Ausgleich gebracht werden», heisst es in einem Rundschreiben an die Spital-Mitarbeiter. Man wolle insbesondere die Erträge steigern.

Der Gewinn der Asana-Gruppe sank in den vergangenen vier Jahren von 3,1 Millionen Franken (2010) auf 622 500 Franken (2013) – trotz Optimierungs- und Kostensenkungsmassnahmen. Wegen der angespannten Situation erarbeitet der Asana-Verwaltungsrat derzeit einen Strategieplan über die nächsten fünf Jahre, wie intern bekannt wurde.

In Leuggern schaut man indes vorwärts und plant sogar die Erweiterung. Im Juni sagte René Huber gegenüber der az, die Notfallabteilung müsse um- und ausgebaut werden. «Eigentlich hätten wir Anfang 2015 mit den Bauarbeiten beginnen wollen», so der Spitaldirektor. Da nun aber die Pläne für einen Erweiterungsbau des Pflegeheims konkretisiert werden sollen (die az berichtete), warte man mit dem Bauvorhaben «Notfallstation» noch zwei bis drei Monate zu. «Wir prüfen, ob man die Notfallabteilung allenfalls in das Pflegeheim-Projekt mit einbeziehen könnte.»