Der Lengnauer Landwirt Patrick Müller musste im Januar 2010 eine Kuh notoperieren, weil im Futter Teile von Aludosen enthalten waren. Weggeworfene Dosen werden für Tiere lebensbedrohlich, wenn sie beim Mähen in Stücke geschnitten werden und über das Futter in den Mägen der Kühe landen.

Die scharfkantigen Gegenstände verletzen die Tiere und bereiten ihnen grosse Schmerzen, was im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Um solche Vorfälle künftig zu vermeiden – oder mindestens zu minimieren – wurde Anfang April die Plakataktion «Abfall tötet Tiere» lanciert. Landwirte aus den Surbtalgemeinden Lengnau, Endingen, Unterendingen und Tegerfelden sammelten zusammen mit den Angestellten des Lengnauer Bauamts und des kantonalen Strassendienstes während eines Monats den achtlos auf die Weiden geworfenen Abfall.

Sie füllten mit den Autopneus, Plastikkanistern, Blumentöpfen, Autoraddeckeln, Zigaretten, PET-Flaschen und Aludosen gleich zwei Mal einen dreieinhalb Kubikmeter fassenden Abfalleimer, der auf dem Kreisel in Lengnau aufgestellt worden war. Dieses Mahnmal wurde im August auch an der Aargauischen Landwirtschaftlichen Ausstellung (ALA) in Lenzburg aufgestellt.

Projekt zeigt Eigendynamik

«Als die Plakataktion intensiv geführt wurde, konnte ich feststellen, dass weniger Abfall in die Weiden geworfen wurde», sagt Willi Hauenstein, Landwirt und Gemeinderat in Unterendingen. «Das Hauptproblem sind die Aludosen», erklärt der Lengnauer Landwirt Patrick Müller.

Interview zur Aktion «Abfall tötet Tiere»

Interview zur Aktion «Abfall tötet Tiere»

Die Reaktionen, die er auf die Plakataktion erhalten habe, seien sehr erfreulich gewesen: Endlich werde etwas gegen Littering unternommen, hätten viele gesagt.

Susanne Holthuizen zieht ein grundsätzlich positives Fazit: Das grosse Ziel, Littering aus dem Surbtal zu verbannen, sei noch nicht erreicht, erklärt die Lengnauer Gemeinderätin. Aber: «Wir können dank den verschiedenen Massnahmen, die wir ergriffen haben, eine Veränderung im Verhalten der Menschen im Surbtal feststellen – sie kommen auf uns zu und wollen sich aktiv an den Aktionen beteiligen.»

Auch Privatpersonen hätten sich anerboten, die Plakate in ihren Gärten aufzustellen. Das Projekt habe eine erfreuliche Eigendynamik entwickelt, bilanziert Holthuizen.

Eine weitere Massnahme der Gemeinde Lengnau im Rahmen der Aktion «Saubi», zu der auch die Aktion «Abfall tötet Tiere» gehört, war die Anschaffung von neuen Abfalleimern sowie die Veränderung ihrer Standorte – mit positivem Resultat: «Wir haben jetzt weniger Abfall an den Strassenrändern und rund um die Abfalleimer im Dorf», sagt Ivo Mosimann, Leiter des Bauamts Lengnau.

Die Plakataktion «Abfall tötet Tiere» war die erste gemeinsame Littering-Aktion der Surbtaler Gemeinden Lengnau, Endingen, Unterendingen und Tegerfelden.