Spital Leuggern

Anonyme Schmiergeld-Vorwürfe: «Wir sind absolut sauber»

Alfred Zimmermann, der ehemalige Direktor des Regionalspitals Leuggern. (Archiv)

Alfred Zimmermann, der ehemalige Direktor des Regionalspitals Leuggern. (Archiv)

Das Asana Spital habe nichts mit Schmiergeld-Zahlungen an zuweisende Ärzte zu tun, beteuert der ehemalige Direktor Alfred Zimmermann. Er ärgert sich über anonyme Vorwürfe und fordert eine Aufklärung - auch um den guten Ruf des Spitals zu schützen.

In Medizinerkreisen schlugen die Enthüllungen der az von Mitte Februar ein wie eine Bombe: Schweizer Ärzte sollen Schmiergelder dafür kassiert haben, dass sie Patienten – gerne privatversicherte – an bestimmte Spezialisten oder Kliniken überwiesen. Damit hätten sie gegen ihren Berufsethos verstossen. Dieser gebietet, Patienten die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen – und nicht, sie an den Meistbietenden zu verkaufen.

Nun meldet sich auch der ehemalige Chef des Asana Spitals Leuggern zu Wort: Alfred Zimmermann war fast 25 Jahre lang Spitaldirektor und betont: «Wir sind in dieser Beziehung absolut sauber – das kann jeder überprüfen.» Die Revisoren hätten unsaubere Transaktionen ohnehin längst aufgedeckt, sagt er.

Letzte Woche – nach den Enthüllungen der az – hat das Spital Leuggern einen anonymen Brief erhalten. Der Absender schreibt, er sei «sicher, dass auch das Spital Leuggern Schmiergelder bezahlt». Der Verfasser droht weiter: «Wir werden diese Sache mit Sicherheit weiterverfolgen!»

Eigentlich, so Zimmermann, sollte man solche Briefe ja ignorieren. «Aber man sieht hier, wie sich kleine Gerüchte weiterverbreiten können.» Der ehemalige Direktor weist die Vorwürfe deshalb in aller Form von sich: «Ich hätte mich nie erdreistet, so etwas zu tun – man kann doch nicht einfach Menschen kaufen und verkaufen, als wären sie eine Ware», sagt er. «Und in meiner ganzen Laufbahn am Spital Leuggern kam auch nie ein Arzt mit einem derartigen Anliegen zu mir.» Gerüchte über solche Geschäfte habe er zwar hie und da gehört, aber das sei schon lange her. Dennoch fordert Zimmermann, dass man die Sache sofort aufklären müsse: «Es werden viele anständige Hausärzte verdächtigt, und der Ruf der unbeteiligten Spitäler leidet sehr darunter.»

SVP-Grossrat Wolfgang Schibler wird in der nächsten Grossratssitzung einen Vorstoss einreichen, der Auskunft über Fälle verlangt, in denen Aargauer Arztpraxen Patienten gegen Bezahlung von Schmiergeldern, sogenannte Kick-backs, an Kantonsspitäler, Privatspitäler oder Spezialärzte überweisen. Zudem will er wissen, ob die Kantonsspitäler Aarau und Baden Patienten «einkaufen», um teure Geräte besser auszulasten. Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales, sagte gegenüber der az, konkrete Fälle seien im Aargau nicht bekannt.

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