Bad Zurzach

Annäherung an Alte Musik

Musik aus dem 17. Jahrhundert präsentierten das Barockensemble «la fontaine» und Sopransolistin Maria Cristina Klehr beim Neujahrskonzert in Bad Zurzach. Von links: Regula Keller, Jörn Sebastian Kuhlmann und Maria Cristina Klehr. Foto: lid

Musik aus dem 17. Jahrhundert präsentierten das Barockensemble «la fontaine» und Sopransolistin Maria Cristina Klehr beim Neujahrskonzert in Bad Zurzach. Von links: Regula Keller, Jörn Sebastian Kuhlmann und Maria Cristina Klehr. Foto: lid

Standing Ovations im Kirchenraum sind selten. Beim Neujahrskonzert in Bad Zurzach gab es sie. Sie galten dem Barockensemble «la fontaine» und der Sopranistin Maria Cristina Klehr.

Standing Ovations im Kirchenraum sind selten. Beim Neujahrskonzert in Bad Zurzach gab es sie. Sie galten dem Barockensemble «la fontaine» und der Sopranistin Maria Cristina Klehr für deren exzellente Präsentation von Musik aus dem 17. Jahrhundert. Die weit über 100 Besucher erlebten einen Konzertabend, der sie zutiefst beeindruckte.

Wie in den Vorjahren hatte die katholische Kirchengemeinde St. Verena als Organisator das Barockensemble «la fontaine» verpflichtet. Dieses entstand vor rund zwanzig Jahren und hiess ursprünglich «ad fontes» (zurück zu den Quellen). Der Name hat sich geändert, doch die Zielsetzung ist die gleiche geblieben, nämlich die Aufführung von Alter Musik unter Verwendung von historischen Instrumenten, die Orientierung an historischen Spielweisen und die Benutzung von Urtexten.

Sich dem Charakter dieser Alten Musik möglichst eng anzunähern, ist das Ziel des Ensembles, und dies ist in Bad Zurzach Regula Keller, Jörn Sebastian Kuhlmann (beide Violine), Reto Cuonz (Violoncello), Brian Feehan (Theorbe) und David Blunden (Orgel) in sehr überzeugender Weise gelungen. Eine Rarität bedeutete die Verwendung der Theorbe, eines Bassinstruments, das zur Familie der Lauteninstrumente zählt.

Einen Glücksgriff hatten die Veranstalter mit der Verpflichtung der Gesangssolistin Maria Cristina Klehr getan. Die aus Argentinien stammende Sopranistin gilt als eine der bedeutendsten Interpretinnen der Alten Musik überhaupt und hat sich längst auf vielen Bühnen in Europa und Übersee einen Namen gemacht. Ihre klare, strahlende Stimme faszinierte auch in Bad Zurzach.

Der erste Teil des Konzerts bestand aus Werken der italienischen Komponisten Claudio Monteverdi, Biagio Marini, Maurizio Cazzati, Girolamo Frescobaldi und Antonio Rigatti, die den frühbarocken Musikstil entscheidend prägten. Mit der «Sonata in ecco» bedarf eine Komposition der gekonnt umgesetzten Echoeffekte wegen (Jörn Sebastian Kuhlmann wiederholte echoartig im hinteren Bühnenraum die von Regula Keller gespielten Passagen) der besonderen Erwähnung. Aus dem deutschsprachigen Raum erklangen im zweiten Konzertteil Tonschöpfungen von Dietrich Buxtehude und Johann Rosenmüller.

Inhaltlich befassten sich sämtliche aufgeführten Titel mit dem Gottes- und Marienlob. Alle Interpreten, Musiker wie Solistin bestachen in ihren Vorträgen durch eine beeindruckend einfühlsame Interpretation. Nach eigenem Bekunden hatten die Konzertbesucher in Bad Zurzach selten eine derart verdichtete, in ihr Innerstes eindringende Gottes- und Marienverehrung erlebt. Zu Recht hatten die Veranstalter das Konzertprogramm mit «Laudate pueri domini», «Lobet ihr Knechte des Herrn», überschrieben.

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