Endingen

An der Expo Surbtal fühlte man sich fast wie zuhause

Die Welten-Ausstellung hat sich bewährt – das neue Konzept ist voll aufgegangen.

Am meisten Mühe haben sich bei der Expo Surbtal wohl die 17 Gewerbler gemacht, die in der Welt «Luft und Raum» versammelt sind. «Wir waren zwei Wochen am Aufbauen», berichtet Franz Burger, Inhaber einer Endinger Schreinerei. Drei mal schon war er Bauchef bei den Gewerbeausstellungen 2001, 2006 und 2013.

Er sagt: «Nicht, dass es früher schlecht war, aber jetzt, mit dem neuen Konzept, sind wir 17 hier wie eine grosse Familie.» «Luft und Raum» – das ihnen vom OK vorgegebene Motto für ihren Expo-Bereich haben sie mit viel Fantasie umgesetzt.

Über den Köpfen der Besucher spannt sich eine blaue Folie, die den Himmel darstellt. Unter deren Füssen tut sich eine ganze Bandbreite an Bodenbelägen auf. Max Kuster, Inhaber eines Bodenverlege-Services aus Döttingen, hat diese eigenhändig verlegt».

Jetzt steht er persönlich am Firmenstand und kann den Passanten erklären: «Worauf Sie hier gehen, stammt aus meinem Betrieb.» Auch Samuel Schmid vom Malergeschäft Schmid aus Endingen hat zur Wohlfühlatmosphäre in der «Luft und Raum»-Welt beigetragen – mit einer Natursteinputzmauer, die aufzeigen soll, wie man Wände verschieden gestalten kann, dass es zum üblichen Weiss viele Alternativen gibt.

Schmid hat sein Geschäft 2015 eröffnet, ist also bei der Gewerbeausstellung, die zuletzt 2013 stattfand, das erste Mal dabei. «Wie es früher hier aussah, kann ich nicht sagen. Aber die Atmosphäre jetzt gefällt mir sehr gut.»

Franz Burger hingegen kann den Vergleich zu damals ziehen, als die Expo Surbtal noch profan Gewerbeausstellung geheissen hat: «Früher war es eine Ansammlung von 100 Ausstellern und jeder hatte seine eigene Hütte für sich allein. Heute gibt es viel mehr Kommunikation.»

Auch Lukas Keller, früherer Gemeindeammann von Endingen und Geschäftsführer der Keller Hoch- und Tiefbau AG, ist voll des Lobes: «Mit dem Welten-Konzept präsentiert sich das regionale Gewerbe aktiver, frischer und offener für die Besucher.» Schon seit 1987, der ersten Auflage der Leistungsschau, ist er mit seinem Unternehmen von der Partie.

Auch aufseiten der Besucher nur positive Stimmen. Bruno und Anna Luisa Längle aus Ehrendingen sind ganz verblüfft darüber, wie «unglaublich vielfältig das Surbtaler Gewerbe ist». «Freundlich und fröhlich» finden sie das neue Konzept.

Christoph Meier aus Lengnau: «Ich habe von der Neuausrichtung der Ausstellung im Vorfeld gehört und finde alles sehr gut umgesetzt. Attraktiv finde ich, dass es für Besucher jetzt einen geführten Rundweg gibt.»

Viel Überzeugungsarbeit bei skeptischen Gewerblern

«Die Besucher zu lenken, war der grosse Wunsch der Mitglieder vom Verein Gewerbe Surbtal an uns vom OK», erklärt OK-Präsidentin Silvia Huber. Sie sagt: «Mir war es ein Anliegen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen können.»

Die frühere Machart sei nicht schlecht gewesen. Aber die Welt drehe sich eben weiter. «Gerade in der Globalisierung ist das persönliche Aufeinandertreffen wichtiger denn je und eine echte Chance fürs regionale Gewerbe», denkt sie. Nicht umsonst stand die dreitägige Schau unter dem Slogan «Nah, persönlich, vertraut». Aber: «Das neue Konzept ist uns nicht in den Schoss gefallen, es war ein hartes Stück Arbeit.»

Auch Überzeugungsarbeit unter den zum Teil skeptischen Gewerblern, sie aus der «Komfortzone» des eigenen und in sich abgeschlossenen Ausstellungsstands herauszuführen in neue, transparente und durchlässige Welten. Wie es bei den mehr als 100 Ausstellern angekommen ist und wie sich das neue Konzept auf die Besucherzahlen ausgewirkt hat, werden die kommenden Wochen zeigen.

Silvia Huber will dem Resümee der 150 Vereinsmitglieder nicht vorgreifen, sagt aber schon jetzt: «Ich möchte den 2019 eingeschlagenen neuen Weg gerne weiter gehen.»

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