Pandemie

An Corona verstorben: Der Künstler Karl Albiez wird in Baldingen verewigt

Karl Albiez war Lehrer, Maler und Sänger. In Baldingen ziert neu nebst der offiziellen Tafel ein weiteres, besonders Schild die Ortseinfahrt.

Karl Albiez war Lehrer, Maler und Sänger. In Baldingen ziert neu nebst der offiziellen Tafel ein weiteres, besonders Schild die Ortseinfahrt.

Der kürzlich an Corona verstorbene Künstler Karl Albiez entwarf das Sujet, das neu am Ortseingang von Baldingen steht.

Wer von Rekingen, Lengnau oder Endingen herkommend nach Baldingen fährt, dem dürften die Schilder an den Ortseingängen aufgefallen sein. Seit einigen Tagen stehen Tafeln mit dem Schriftzug «Herzlich willkommen uf der Höchi». Dazu ein Sujet der katholischen Pfarrkirche St. Agatha. Das Wahrzeichen der Gemeinde, das 1898 errichtet wurde, entstand nach den Plänen des Architekten Karl Moser, der unter anderem das Zürcher Kunsthaus erbaute.

Die Zeichnung stammt von Karl Albiez. Der Lehrer, Sänger, Unterhalter und Maler aus Lengnau war erst vor wenigen Wochen 79-jährig an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. «Durch sein Schicksal erhalten unsere Tafeln noch eine zusätzliche Bedeutung», sagt Ammann René Meier. «Er wird in Baldingen sozusagen verewigt.» Karl Albiez war mit der Gemeinde auch sonst eng verbunden. Er sang hier im Kirchenmännerchor.

«Wir sind keine Hinterwäldler»

Die Idee, die Gemeinde werbemässig aufzuwerten, liegt allerdings schon etwas länger zurück. Vor rund 20 Jahren lancierte der damalige Gemeinderat eine Aktion mit sogenannten «Give aways», wie bedruckten Regenschirmen oder Messern. Damit liess man es dann bewenden.

Man habe sich lange Gedanken gemacht, wie man Baldingen in Szene setzen könnte, sagt René Meier. «Wir konnten uns aber nicht durchringen.» Mit der Beschilderung hat die kleine Gemeinde mit ihren knapp 300 Einwohnern nun eine Lösung gefunden. Der Spruch «Uf der Höchi» könne sowohl doppeldeutig wie auch mit der Lage Baldingens verstanden werden, sagt René Meier mit einem Schmunzeln.

Die Spornegg auf 569 Metern über Meer bildet beispielsweise den höchsten Punkt der Fusionsgemeinde Zurzach, die am 1.Januar 2022 in Kraft tritt. Und auf der Höhe sei für eine Gemeinde wie Baldingen, die oft als etwas hinterwäldlerisch bezeichnet werde, eine selbstbewusste Positionierung, sagt René Meiers Frau Hedi, die seinerzeit als Gemeinderätin die Aktion mit ins Leben gerufen hatte.

Apropos: Karl Albiez war es vor 30 Jahren, der in seinem Wohnort Lengnau den ersten Slogan für eine Landgemeinde geschaffen hatte: «Lengnau – vif und freundlich».

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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