Wie eine Studie des Treuhandunternehmens BDO AG zeigt, verdienen die Schweizer Gemeindepräsidenten im Vollamt durchschnittlich 174'000 Franken pro Jahr. Zuletzt sorgte das Salär von Badens Stadtammann Geri Müller für Diskussionen. Seine Entlöhnung liegt mit 270'116 Franken weit über dem Vergleichswert seiner Amtskollegen.

Von solchen Summen sind die Gemeindeammänner im Zurzibiet weit entfernt. Die Spitzenreiter Patrick Gosteli in Böttstein (69'000 Franken) und Reto S. Fuchs im Bezirkshauptort Bad Zurzach (67'500 Franken) liegen deutlich unter dem nationalen Mittel. Allerdings ist anzumerken, dass es im Zurzibiet keine vollamtlichen Gemeindeammänner gibt. Das Pensum von Patrick Gosteli beträgt 50 Prozent, der effektiver Aufwand ist mit 1800 Stunden pro Jahr aber rund doppelt so hoch. Gosteli und Fuchs sind im Bezirk Zurzach die einzigen Gemeindeammänner, die mehr als das Doppelte ihrer Stellvertreter verdienen.

Viele der Zurzibieter Gemeinden betonten bei der Anfrage, dass sich die Löhne der Gemeindeammänner nicht vergleichen lassen. «In jeder Gemeinde ist das Tätigkeitsgebiet der Räte verschieden», sagen die Gemeindeschreiber von Siglistorf und Leibstadt. Auch die Pensen sind teilweise nur schwer zu beziffern. Die Ammänner und Räte sind überwiegend nicht nach Stellenprozenten angestellt, üben ihre Aufgabe im Nebenamt aus und sind zu 100 Prozent in der Privatwirtschaft tätig.

Uneinheitlich präsentiert sich das Bild auch bei den Spesen. Vieles ist in Pauschalen abgegolten, anderes wie Sitzungen wird häufig in Stundenansätzen verrechnet. In Endingen liegt die Spesenausrichtung bei rund 8900 Franken, in Tegerfelden bei 5000 Franken pro Jahr. In Böttstein gibt es 60 Franken pro Sitzung, in Fisibach 30 Franken pro Stunde. Einheitlich ist das Bild bei der Lohnentwicklung. In den letzten zehn Jahren ist das Salär nahezu überall angestiegen. In Böttstein von 51'000 auf 69'000 Franken. Einzig in Full-Reuenthal verdient der Gemeindeammann mit 12'000 Franken heute gleich viel wie schon vor zehn Jahren.