Rheinthal+

Ammänner besiegeln die Grossfusion: «Es war ein schöner und berührender Moment»

picture-2072518233-accessid-39393429Ihre Gemeinden schliessen sich zu Zurzach zusammen: Werner Schumacher (Rekingen, v.l.), Ruedi Weiss (Kaiserstuhl), Heri Rohner (Wislikofen), Reto S. Fuchs (Bad Zurzach), René Meier (Baldingen), Beat Rudolf (Rietheim), Urs Habegger (Rümikon) und Adrian Thoma (Böbikon).

picture-2072518233-accessid-39393429Ihre Gemeinden schliessen sich zu Zurzach zusammen: Werner Schumacher (Rekingen, v.l.), Ruedi Weiss (Kaiserstuhl), Heri Rohner (Wislikofen), Reto S. Fuchs (Bad Zurzach), René Meier (Baldingen), Beat Rudolf (Rietheim), Urs Habegger (Rümikon) und Adrian Thoma (Böbikon).

Die acht Gemeindevorsteher haben am Mittwoch in Kaiserstuhl den Fusionsvertrag unterschrieben. Die Begeisterung war nicht bei allen gleich gross.

Hände werden geschüttelt, die letzten Krawatten gerichtet. Dann setzen sich die acht Zurzibieter Ammänner im herrschaftlichen Haus zur Linde in Kaiserstuhl an den Tisch, den Kugelschreiber in der Hand, den Zusammenschlussvertrag vor sich.

Mit ihrer und der Unterschrift der Gemeindeschreiber besiegeln sie die Fusion der Gemeinden Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen zur Grossgemeinde Zurzach per 1. Januar 2022.

«Es war ein schöner und berührender Moment», sagt Reto S. Fuchs, Bad Zurzacher Ammann und Präsident der Umsetzungskommission (Uko) nach der Vertragsunterzeichnung. «Es ist aber auch eine grosse Verpflichtung», ergänzt er. Eine Unterschrift unter einen Vertrag zu setzen, der bedeutend sei für Generationen, das mache man nur einmal im Leben.

Auch für René Meier, Amman von Baldingen und Vizepräsident der Uko, war die Unterzeichnung ein emotionaler Moment. «Es war ein wichtiger Schlusspunkt, es ist aber gleichzeitig auch ein Neustart.» Denn jetzt liege es an der Uko, möglichst optimale Bedingungen für den Start in zwei Jahren zu schaffen.

«Es ist ein Geschäft, zu dem die Bevölkerung Ja sagte»

Etwas pragmatischer die Reaktionen des Rekinger Ammanns Werner Schumacher: «Unsere Unterschrift heute ist eine logische Konsequenz und der letzte Teil eines Weges, den wir gegangen sind.» Ähnlich tönt es auch beim Rietheimer Ammann Beat Rudolf, der sich mit dem Gemeinderat gegen eine Fusion ausgesprochen hatte. Er spricht weniger von Emotionen, sondern vom Volkswillen, den er mit seiner Unterschrift umsetzt: «Es ist ein Geschäft, zu dem die Bevölkerung Ja sagte.»

Am Freitag informiert die Uko über den Stand ihrer Arbeit knapp zwei Monate nach der historischen Abstimmung. Dieser Termin sei bewusst nach der Vertragsunterzeichnung angesetzt worden, sagt Präsident Reto S. Fuchs. «Am heutigen Tag wollen wir den Abschluss unserer Arbeit der vertieften Prüfung gebührend würdigen.»

Vor fast vier Jahren präsentierten elf Gemeinden das Projekt «Rheintal+». Nachdem sich Siglistorf als erste Gemeinde wieder aus dem Projekt zurückgezogen hatte, stimmten die zehn verbliebenen Gemeinden im April 2017 über einen Kredit zur vertieften Prüfung des Fusionsprojektes ab. Bis auf Fisibach, wo gar über einen Kantonswechsel zu Zürich diskutiert wurde, sagten alle Gemeinden Ja.

Nachdem ein Referendum in Kaiserstuhl – das Referendumskomitee liebäugelte ebenfalls mit einem Kantonswechsel – abgelehnt worden war und eine knappe Mehrheit in Fisibach im zweiten Anlauf dem Kredit doch zustimmte, war klar: Zehn Zurzibieter Gemeinden sind beim Projekt dabei. Diesen Frühling stimmten die Gemeindeversammlungen über den Fusionsvertrag ab – Fisibach lehnte ab, Kaiserstuhl ist somit eine Exklave in der neuen Gemeinde. Im September lehnte Mellikon an der obligatorischen Urnenabstimmung den Zusammenschluss ab. Im Januar 2020 soll der Grosse Rat die Fusion der acht Gemeinden absegnen.

Meistgesehen

Artboard 1