Burgfräuleins, Ritter und Drachen waren am Wochenende im malerischen Städtchen am Rhein allgegenwärtig: Von den Fabelwesen waren vorwiegend Säfte zugegen, die als Drachenblut, Drachentränen oder Drachengift die Lust auf Wein oder Prosecco stillten.

Seifensiederin Claudia aus Beromünster ihrerseits hatte Drachenblut zu einem Produkt verarbeitet, dessen süsser Duft jenen von «Boudoir de Mme Pompadour» und «Vollmond» ins wohlriechende Offside beförderte.

Auch wenn zwischendurch immer mal wieder ein paar Regentropfen fielen, so tat das dem fröhlichen, bunten Treiben zwischen Handwerkern und Culinarium, Marktständen, Puppenspielen, Musik und Ritterturnieren keinen Abbruch. Die zahlreichen Besucher staunten und genossen die Zeitreise in eine 700 bis 900 Jahre zurückliegende Vergangenheit.

Volker war mit seinen Laternen aus Holz aus der sächsischen Kleinstadt Werdau angereist. Die Zürcher Daniela, Stephan, Denis und Helmi – zusammen «DrachenSpan» – boten unter anderem Feuerkörbe an und Tabakpfeifen, deren Kopf aus Hasel, der Stiel vom Holz des gemeinen Schneeballs geschnitzt sind. Mit Schalmei, Dudelsack, Trommel sorgte die «Musica Canora» für fröhliche Unterhaltung.

Bogenschiessen und Handlesen

Auf einer Wiese am Rande hatten Georg von Ehrendingen und seine Entourage ihre Zelte aufgeschlagen. Bei einer Tasse Kräutertee, beim Dudelsackblasen, Ledernähen oder einfach auf einem Steckstuhl tratschend, vertrieben sie sich die Zeit. Derweil brachte etwas abseits Michell vom ungarischen Balaton der siebenjährigen Soena aus Fisibach geduldig den Umgang mit Pfeil und Bogen bei, während eine Schlange von weiteren Kinder ungeduldig darauf warteten, auch in diesen aufregenden Genuss zu kommen.

Um das Feuer bei Laune zu halten, betrieb ein Schmied mit dem Fuss einen riesigen Blasebalg und liess, war das Eisen soweit, Kinder mit dem Hammer ein kleines Hufeisen daraus formen. Nebenan las Hellseherin Nagali aus Zürich einer Frau die Zukunft aus der Hand.

Bejubelte Kämpfer

Höhepunkt – nicht nur für kleine Nachwuchs-Ritter – waren die Schwertkämpfe mit gewappneten richtigen Rittersleuten. Die waren zum Glück mit Helmen, dickem Leder oder gar Kettenhemd ausstaffiert, denn – heissa – da ging es ganz schön gefährlich zu und her: Mit langen und kurzen Schwertern, Ketten-Morgenstern, mit und ohne Schild, mit höhnischen Zurufen und zu guter Letzt mit Fäusten haben Helden ihre Gegner besiegt. Das Publikum feuerte die Kämpfenden an und applaudierte den Siegern begeistert. Gelebte Geschichte macht einfach mehr Spass als Historie zwischen Buchdeckeln.