Die getroffenen betrieblichen Massnahmen zur Vermeidung neuer Befunde an Brennelementen würden greifen, teilte die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) am Donnerstag als Zwischenbericht mit. Das AKW werde auch im nächsten Betriebszyklus mit einer reduzierten mittleren Leistung von rund 90 Prozent betrieben.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hatte die Leistungsreduktion bei der Betriebsfreigabe für das AKW im Februar verfügt. Bei Brennstoffinspektionen waren im August 2016 lokale Verfärbungen als Anzeichen für Oxidation an mehreren Hüllrohren der Brennelemente entdeckt worden.

Von den 648 Brennelementen des Reaktorkerns wiesen 47 Elemente solche Verfärbungen auf. Grund dafür waren kritische Siedezustände (Dryouts) im Reaktor. Das AKW blieb rund ein halbes Jahr vom Netz.

Ursachenanalyse dauert an

Während der diesjährigen Jahreshauptrevision überprüften gemäss KKL interne und externe Fachspezialisten während dreier Wochen vor allem jene 22 Brennelemente, die Anfang Jahr neu und an einer exponierten Position innerhalb des Reaktorkerns eingesetzt worden waren.

Gleichzeitig zu den Inspektionen sei in weiteren Untersuchungen umfassendes Datenmaterial gesammelt worden, um die vertiefte Ursachenanalyse zu den Brennelementbefunden aus dem Jahr 2016 voranzutreiben, schreibt die KKL.

Das AKW Leibstadt war am 18. September für die Jahresrevision abgeschaltet worden. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis am 7. November. Während dieser Zeit werden 76 der 648 Brennelemente ausgetauscht.

Im Maschinenhaus werden zudem die beiden sogenannten Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer ersetzt. Dabei handelt es sich um zwei Grosskomponenten im nicht-nuklearen Bereich, die in vier Einzelteilen zu je 130 Tonnen in die Schweiz transportiert wurden. Die 500 Mitarbeitenden des KKL werden während der Jahresrevision von 1600 externen Fachkräften unterstützt.