Atomaufsicht

AKW Leibstadt darf Leistung leicht erhöhen – Brennelemente werden weiter untersucht

Das Atomkraftwerk Leibstadt.

Das Atomkraftwerk Leibstadt.

Das AKW Leibstadt im Kanton Aargau kann seine Leistung bis zur Jahresrevision im Juni um zwei Prozent erhöhen. Die Atomaufsichtsbehörde Ensi hat eine Bewilligung erteilt. Die Brennelemente werden weiter untersucht.

Wann das AKW Leibstadt wieder seine volle Leistung erbringen könne, sei derzeit offen, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) am Mittwoch mit. Nachdem lokale Ablagerungen an den Hüllrohren einzelner Brennelemente im Reaktorkern entdeckt worden waren, verfügte das Ensi im Februar 2017 eine Leistungsreduktion.

Die Begrenzung der Leistung und der Menge Wasser, die pro Zeiteinheit durch den Reaktorkern strömt, hat gemäss Ensi die erwartete Wirkung erzielt. Die Probleme an den Hüllrohren seien nicht mehr aufgetreten.

Lokale Ablagerungen an Brennstäben

Umfassende Untersuchungen der Brennstäbe am Paul Scherrer Institut (PSI) habe zudem bestätigt, dass es sich nicht wie ursprünglich angenommen um kritische Siedezustände (Dryouts) handle. Es handle sich um wesentlich unproblematischere lokale Ablagerungen, welche die Schutzfunktion der Hüllrohre nicht unmittelbar beeinträchtigten.

Vor diesem Hintergrund erteilte das Ensi der Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) die Bewilligung, die maximale Brennelementleistung noch im laufenden Betriebszyklus um 0,15 Megawatt oder rund zwei Prozent anzuheben. Der Kerndurchsatz müsse aber bis auf weiteres reduziert bleiben. Damit würden weiterhin Betriebsbedingungen eingehalten, unter denen keine Befunde aufgetreten seien.

Weitere Inspektionen der Brennelemente

Während der bevorstehenden Jahresrevision muss das AKW erneut eine umfangreiche Inspektion der Brennelemente durchführen. Das Ensi bewertet diese Massnahme nach eigenen Angaben "als notwendig und sicherheitsgerichtet". Das AKW hat das Inspektionsprogramm bis Ende März einzureichen.

Ob und wann das Kernkraftwerk Leibstadt wieder unter Volllast betrieben und 1200 Megawatt Strom ins Schweizer Stromnetz liefern kann, ist gemäss der Atomaufsichtsbehörde noch offen. "Erst wenn der Betreiber nachweist, dass solche Ablagerungen bei Volllast nicht mehr auftreten, kann das Ensi hierfür die Freigabe erteilen", wird Ralph Schulz, Leiter des Fachbereichs Sicherheitanalyse, in der Stellungnahme zitiert.

Nachdem 2016 bei einer planmässigen Revision lokale Ablagerungen an den Hüllrohren einzelner Brennelemente im Reaktorkern entdeckt worden waren, musste das AKW Leibstadt für sieben Monate vom Netz genommen werden. Von den 648 Brennelementen des Reaktorkern wiesen 47 Elemente solche Verfärbungen auf.

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