Gemeinderatswahl Zurzach

Absolutes Mehr falsch berechnet: Spätes Wahlglück für Esther Käser und Heiri Rohner

Haben alle drei das Mehr erreicht: Heinrich Rohner, Andi Meier und Esther Käser.

Haben alle drei das Mehr erreicht: Heinrich Rohner, Andi Meier und Esther Käser.

Zwei weitere Kandidaten haben die Wahl in den Gemeinderat der neuen Gemeinde Zurzach geschafft, die 2022 aus der Fusion von acht Ortschaften entsteht. Wie kam es zum Fehler? Und wie ist die Ausgangslage nun vor dem zweiten Wahlgang für die künftig flächenmässig grösste Gemeinde im Aargau?

Esther Käser und Heinrich Rohner waren am Sonntag zufrieden mit ihren Wahlergebnissen. Geschafft hatten sie den Einzug in den Gemeinderat der neuen Gemeinde Zurzach, die 2022 aus der Fusion von acht Ortschaften entsteht, zwar nicht. Aber ihre Ausgangslage für den zweiten Wahlgang war gut.

Am Montagmorgen dann die grosse Überraschung: Die Gemeindekanzlei Rekingen meldete sich telefonisch bei Käser und Rohner. Und teilte den beiden mit: «Gratulation zur Wahl – sie haben es geschafft!» Entgegen der Mitteilung von Sonntag haben die 504 Stimmen Käsers und die 461 Stimmen Rohners nun doch zum Einzug in den Gemeinderat Zurzach gereicht. Beide haben mit ihrer jeweiligen Stimmenzahl das absolute Mehr geknackt.

Absolutes Mehr tiefer als am Sonntag kommuniziert
Zum Verständnis: Der Gemeinderat Zurzach wird sich aus Vertretern von zwei Wahlkreisen zusammensetzen. Bad Zurzach, der Wahlkreis 2, stellt drei Vertreter im neuen Rat. Es gab ebenso viele Kandidaten, die am Sonntag wenig überraschend alle gewählt wurden. Komplizierter war die Ausgangslage im Wahlkreis 1, der sich aus den Gemeinden Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen zusammensetzt. Hier gab es fast ein Dutzend Kandidaten für vier Sitze. Nur Andi Meier habe mit 631 Stimmen das absolute Mehr von 519 Stimmen übertroffen, hiess es am Sonntag.

Doch in Tat und Wahrheit lag das absolute Mehr bei 442 Stimmen. «Der Fehler wurde heute morgen vom Wahlbüro bemerkt», teilte die Gemeinde Rekingen am Montag mit. «Bei der Berechnung des absoluten Mehrs im Wahlkreis 1 war die hinterlegte Formel falsch. Die leeren und ungültigen Linien wurden dazugerechnet», so die Erklärung.

Esther Käser, aktuell parteilose Gemeinderätin in Rekingen, sagte am Montag: «Ich freue mich riesig über die Wahl. Dass auch Frauen im Gemeinderat vertreten sind, ist wichtig. Ich freue mich darauf, künftig nicht nur die Bevölkerung von Rekingen, sondern aller Ortschaften vertreten zu dürfen.»

Der Anruf kam, als er im Legehennenstall arbeitete
Heiri Rohrer, aktueller Gemeindeammann von Wislikofen, war am Montag im Legehennenstall am Arbeiten, als er telefonisch von der Kanzlei über seine Wahl informiert wurde. «Feiern konnte ich noch nicht, das werde ich aber noch nachholen. Ich freue mich riesig.»

Der Gemeinderat Zurzach der Amtsperiode 2022 bis 2025 ist nun also bereits fast komplett. Sechs von sieben Sitzen sind vergeben: Gewählt worden sind die Bad Zurzacher Peter Lude, Peter Moser und Franzisca Zölly aus dem Wahlkreis 2 sowie Andreas Meier, Esther Käser und Heiri Rohner aus dem Wahlkreis 1.

Nur noch ein Sitz zu vergeben
Am 29. November kommt es im zweiten Wahlgang zum Rennen um einen freien Sitz. Stimmen erhalten haben im 1. Wahlgang Cyrill Tait aus Kaiserstuhl (406 Stimmen), Sheela Süess aus Baldingen (331 Stimmen), Christian Trottmann aus Rekingen (254 Stimmen), Adrian Thoma aus Böbikon (236 Stimmen), Sebastian Laube aus Rümikon (213 Stimmen), Franziska Maag aus Rümikon (194 Stimmen), Markus Perreten aus Rümikon (161 Stimmen) sowie Daniel Imthurn aus Rietheim (54 Stimmen).
Noch unklar ist, wer Gemeindeammann und Vizeammann der künftig flächenmässig grössten Gemeinde im Kanton Aargau sein werden. Die Wahlen finden im März 2021 statt.

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