Es war eine nahrhafte Traktandenliste, die der Vorstand des Planungsverbandes Zurzibiet an seiner ordentlichen Vorstandsitzung im Landgasthof weisses Kreuz in Gippingen abzuarbeiten hatte.

Unter anderem wurde eine Absichtserklärung im Rahmen der seit Sommer 2012 vorliegenden Studie zum Motorisierten Individualverkehr (MIV) verabschiedet.

Darin ist festgeschrieben, dass sich die Region Zurzibiet für die Umsetzung einer Netzstrategie sowie für die möglichst rasche Realisierung des Baldeggtunnels inklusive flankierender Massnahmen einsetzt.

Weitere wichtige Punkte sind eine verstärkte Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie der Einsatz der Region für eine möglichst schnelle Umsetzung der Ostumfahrung Bad Zurzach und des neuen Grenzübergangs Koblenz Ost.

Keine Chance hatte der Antrag der Gemeinde Koblenz, die schnelle Realisierung des Grenzübergangs Koblenz Ost sei in eine rasche Umsetzung der bereits beschlossenen Massnahmen auf Schweizer und auf deutscher Seite des bestehenden Grenzübergangs abzuändern.

Gemeindeammann heidi Wanner begründete ihren Antrag mit dem Hinweis, Massnahmen zur Verbesserung der Situation am Grenzübergang seien unter Berücksichtigung des Versuracherprinzips zu entwickeln.

Wanner vertrat die Meinung, die deutsche Seite habe als Hauptverursacher des Chaos die kostengünstigste Variante zur Sanierung des bestehenden Übergangs gewählt. Zudem lassen, so Wanner in ihrer Begründung, diese Sanierungsmassnahmen auf deutscher Seite immer noch auf sich warten.

Fluglärmdebatte flammt neu auf

Hans-Martin Plüss, informierte als des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) über die aktuelle Situation im Dossier «Fluglärm» und was das Zurzibiet in Zukunft zu erwarten hat.

Plüss versicherte, dass der Regierungsrat die Forderungen nach einem gekröpften Nordanflug über den Aargau ablehnt.

Überdies fordert der Regierungsrat, der Nachtbetrieb auf dem Flughafen Zürich sei zu überarbeiten und die Lärmbelastung im Aargau zu reduzieren.Grosse Fragen seien bei den Sicherheitsmassnahmen und beim Zeitpunkt der Einführung des neuen Betriebsreglements offen, sagte Plüss.

Das Bazl rechne damit, dass das neue Betriebsreglement im November eingereicht werde. Ist dies der Fall, wird in den Kantonen rund um den Flughafen in den folgenden Monaten nochmals heftig über Flugrouten und Flugzeiten diskutiert und gestritten.

Plüss versicherte den Gemeindevertretern des Zurzibiets und den am Planungsverband angeschlossenen Nachbargemeinden Villigen, Mandach und Schwaderloch, dass der Regierungsrat, sobald die Unterlagen zum Betriebsreglement vorliegen, einen runden Tisch einberufen werde, an dem diskutiert wird, was akzeptiert werden kann und was nicht.

Kurt Schmid, Ammann der von der Surbtalroute am meisten betroffenen Gemeinde Lengnau und Präsident des Vereins «Gekröpfter Nordanflug Nein» mahnte, der Bezirk Zurzach müsse weiterhin wachsam bleiben und die Entwicklung in Sachen Fluglärm weiterhin aufmerksam beobachten.

«Wir haben uns darauf einzustellen, dass mit harten Bandagen gekämpft wird», sagte Verbandspräsiden Felix Binder. Es sei anzunehmen, dass sich die beteiligten Parteien vor dem Bundesgericht in Lausanne wiedersehen.

Keine grösseren Siedlungsgebiete

Inzwischen liegen die von der Regionalplanerin Dunja Kovari ausgearbeiteten Unterlagen zu den Erweiterungen des Siedlungsgebiets der Zurzibieter Gemeinden vor.

Ins Auge sticht, dass gemäss den Erhebungen des Kantons keine einzige Gemeinde Anspruch auf eine Erweiterung des Siedlungsgebiets hat. Möglich sind hingegen Umzonungen.