Grenzverkehr

Ab Montag fahren keine Züge mehr zwischen Koblenz und Waldshut - Leidtragende sind Grenzgänger

Die Eisenbahnbrücke zwischen Koblenz und Waldshut. (Archivbild)

Die Eisenbahnbrücke zwischen Koblenz und Waldshut. (Archivbild)

Die Bahnverbindung über den Rhein zwischen Koblenz und Waldshut (D) wird eingestellt.

Der Arbeitsweg für Grenzgänger aus Deutschland wird nochmals erschwert: Ab Montag, 30.März, wird der grenzüberschreitende Zugverkehr zwischen Koblenz und Waldshut (D) eingestellt. «Die Schliessung der Grenzen zwischen Deutschland und der Schweiz hat nun auch Auswirkungen auf die Bahnlinie Waldshut–Koblenz», teilt die Regionalbahn Thurbo in einer Mitteilung mit.

Seit knapp zwei Wochen gilt ein strenges Einreiseregime wegen des Coronavirus. Die Züge der S27 Baden–Waldshut und S36 Bülach–Waldshut würden auf Grund einer Verfügung der deutschen Bundespolizei nur noch auf dem Schweizer Streckenabschnitt verkehren und Waldshut nicht mehr bedienen.

«Die SBB und Thurbo bedauern diese Streckenverkürzung sehr, sind aber selbstverständlich an die polizeilichen Verfügungen zur Grenzschliessung auf deutschem Gebiet gebunden.» Alternativen bestünden leider keine, sagt Werner Fritschi von Thurbo auf Anfrage. «Das Bundesamt für Verkehr wehrte sich bis zum Schluss gegen diese Verfügung.»

Leidtragende sind unter anderem die Angestellten, die aus Deutschland einreisen und in Kliniken und Spitälern in den Bezirken Zurzach und Baden arbeiten. Vergangene Woche standen Pendler bis zu fünf Stunden pro Tag an der Grenze im Stau. Mit den sogenannten "Green Lane", eigenen Fahrspuren für Grenzgänger, die in essenziellen Berufen arbeiten, entschärfte sich die Situation etwas. Bis jetzt gibt es diese aber nur in Rheinfelden. 

Grenzschliessung sorgte für Mega-Stau

Am Montag, 16. März, schloss Deutschland einige Grenzübergänge zur Schweiz, als Massnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus Von den Grenzübergängen zum Aargau blieben Koblenz-Waldshut, Laufenburg, Stein-Bad Säckingen und Rheinfelden teilweise geöffnet. Über die Grenze kommen seither nur noch Grenzgänger und Fahrzeuge, die für den Warenverkehr unterwegs sind. Die deutsche Bundespolizei führt an den Grenzübergängen Kontrollen durch. Einkaufstouristen etwa werden zurückgeschickt.

Als Folge dieser Massnahme kam es an jenem Montagabend zu kilometerlangen Staus vor der Grenzbrücke in Koblenz. Auf beiden Zufahrtsseiten bildeten sich bis zu 8 Kilometer lange Stauschlangen. Aargauer Spitäler und Kliniken forderten deshalb die Teilöffnung eines weiteren Grenzübergangs im Bezirk Zurzach für ihre deutschen Mitarbeitenden, damit diese rechtzeitig zur Arbeit gelangen können - und ohne stundenlanges Anstehen zurück nach Hause. 

Unterdessen hat sich die Situation auch dank jener Green Lanes entschärft. Grenzgänger haben zudem ihr Verhalten angepasst, konnten ihre Arbeitszeiten anpassen und vermeiden das Fahren zu den Stosszeiten. Mitarbeitende des AKW Leibstadt etwa fahren neuerdings mit dem Fahrrad zur Arbeit und nehmen dabei auch grosse Umwege in Kauf. (az)

16. März 2020: Stundenlang im Stau vor dem Grenzübergang Koblenz – letzte Grenzgänger kehren erst nachts um 22 Uhr zurück

16. März 2020: Stundenlang im Stau vor dem Grenzübergang Koblenz – letzte Grenzgänger kehren erst nachts um 22 Uhr zurück

Das Schliessen der Grenze am Montag hatte massive Folgen: Grenzgänger und Einheimische standen vor dem Grenzübergang Koblenz stundenlang im Stau.

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