Der Arzt (83), der einem abhängigen Patienten grosse Mengen der Medikamente Dormicum und Rohypnol verkauft hatte, ist wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz vom Bezirksgericht Zurzach zu 2 Jahren Haft bedingt verurteilt worden. Das Verfahren zum Entzug der Bewilligung ist derzeit beim Verwaltungsgericht hängig, wie AZ-Recherchen zeigen. Er wehrt sich mit einer Beschwerde gegen den Entzug, den das Gesundheitsdepartement verfügt hat. 

Der Regierungsrat könnte der Beschwerde des Arztes die aufschiebende Wirkung entziehen, tut dies aber nicht: «Wir haben dies beraten und sind zum Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen dafür in diesem Fall nicht gegeben sind», sagt SVP-Gesundheitsdirektorin Franziska Roth gegenüber Tele M1.

Daniel Aebi, Grossrat und Parteikollege von Roth, ist hingegen der Meinung, die Regierung hätte die Praxis des 83-Jährigen im Bezirk Zurzach schliessen sollen. Er findet den Entscheid des Regierungsrats fragwürdig, schliesslich sei der Arzt rechtskräftig verurteilt. Unverständlich ist für ihn auch, dass der Mediziner weiterhin Betäubungsmittel einkaufen darf. (fh/pz)

(23.06.2018)