«Für Sie beginnt jetzt ein neues Kapitel», begrüsst Stefan Haus, Präsident des Gewerbevereins Rheintal-Studenland, die jungen Leute, die vor kurzem ihre Berufsausbildung angetreten haben. «Sie dürfen – oder müssen vielleicht – erleben, dass jetzt ein anderer Wind weht.» Zum «Start-up-Apéro» für die neu eintretenden Lernenden, der im Kurpark in Bad Zurzach stattfand, hatten die vier Gewerbevereine aus dem Zurzibiet geladen, der Gewerbeverein Aaretal-Kirchspiel, der Gewerbe- und Industrieverein Würenlingen, der Verein Gewerbe Surbtal sowie der Gewerbeverein Rheintal-Studenland.

Dass man sich im Zurzibiet kaum Sorgen um den Nachwuchs an Fachkräften machen muss, dürfte der Aufmarsch bewiesen haben. Gut 60 junge Berufslernende aus verschiedenen Fachrichtungen hatten der Einladung Folge geleistet. Einige hatten sich mit einem symbolträchtigen Werkzeug ihres Berufes ausgerüstet. Seien das nun Pickel und Pflasterkübel, Schraubzwinge oder die Werkzeugtasche der Elektriker. Deutlich sichtbar wurde jedenfalls die eindrückliche Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten, die von den Gewerbe- und Industriebetrieben im Bezirk Zurzach angeboten werden.

Im Mittelpunkt des Anlasses stand die Ansprache von Peter Albiez, Leiter Handelsbetriebe und Marketing bei der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden. Am Beispiel seines eigenen Werdeganges – der ihn nach Kanti und Matur an die Uni, nach einer Zwischenstation als Flugbegleiter an die Hotelfachschule und schliesslich in den Bereich Verkauf und Marketing geführt hatte – zeigte er auf, wie sich ein Berufsleben entwickeln kann. Er sprach auch jenen Mut zu, die sich angesichts der ersten Erfahrungen fragen werden, ob sie sich für den richtigen Beruf oder den richtigen Lehrbetrieb entschieden haben. «Mit der Wahl des Lehrberufs ist nicht alles in Stein gemeisselt», sagte Albiez. «Vor Euch liegt aber eine fantastische und auch prägende Zeit.» 

Stefan Haus ergänzte, dass mit dem «Start-up-Apéro nicht nur die Lernenden motiviert werden sollen. «Der Anlass soll auch in der Öffentlichkeit in Erinnerung rufen, wie wichtig die Berufsausbildung ist, und er soll zur Förderung der Wertschätzung der Berufslehre beitragen.» Diese Wertschätzung dürfte auch in der Nachfrage nach Lehrstellen zum Ausdruck kommen. «Gemäss Rückmeldungen konnten alle Lehrstellen besetzt werden», sagte Chris Schweizer, der im Gewerbeverein Rheintal-Studenland für das Lehrlingswesen zuständig ist und in seinem Betrieb selber acht Lernende ausbildet. «Man muss aber als Unternehmen etwas dafür tun. Es ist wichtig, dass wir Nachwuchs an Fachkräften haben.»