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55. Gippinger Radsporttage: Eine Plattform nicht nur für die Profis

Die 55. Gippinger Radsporttage sorgten wieder für ein Fest auf zwei Rädern – mit kleineren Abstrichen. Denn ohne Wetterkapriolen fand der Anlass dann doch nicht statt.

Der Auftakt zu den Gippinger Radsporttagen hätte nicht besser sein können. Mit dem Norweger Alexander Kristoff gewann am Donnerstag ein bekannter und renommierter Fahrer den GP des Kantons Aargau. «Er ist ein Fahrer mit einer grossen Reputation. Darüber sind wir glücklich. Für uns ist das ebenfalls wichtig», sagt OK-Präsident René Huber. Für Kristoff war es der 70. Sieg seiner eindrücklichen Karriere. Und das lässt sich für die Gippinger besser vermarkten als ein Zufallssieger, den niemand kennt.

Auch das Wetter spielte bei der 55. Auflage mit. Alle Rennen konnten bei trockener Witterung durchgeführt werden. Die Zuschauer kamen dabei in Scharen. Besonders natürlich ins Start- und Zielgelände sowie zum Anstieg in Schlatt, wo man die Fahrer in Ruhe und mehrmals beobachten konnte. «Sportlich war es ein voller Erfolg, und auch von den Zuschauern her hatten wir eine schöne Kulisse», bilanziert Huber. Dafür gab es auch von der Sponsorenseite her viele positive Rückmeldungen.

Wenig Hobbyfahrer

Den Samstag eröffneten traditionsgemäss die Militärradfahrer bereits frühzeitig. An der 11. Aare Rhein Classics nahmen allerdings nur rund 100 ambitionierte Hobbyradfahrer teil. «Damit sind wir nicht zufrieden», gibt Huber unumwunden zu. In Spitzenjahren melden sich über 300 «Gümmeler» an. Ein Hauptgrund dafür dürfte die grosse Konkurrenz von anderen Radsportveranstaltungen am selben Datum sein. Ob diese Form des Rennens noch lange im Programm beibehalten wird, ist daher offen. «Wir müssen sicher über die Bücher gehen», erklärt René Huber. Dafür boten die Elite-Amateure sportlich ein Feuerwerk.

Ohne Wetterkapriolen fand der Anlass dann doch nicht statt: Das Unterhaltungsprogramm am Samstag wurde von einem heftigen Gewitter begleitet. Die Band war bereits auf der Open-Air-Bühne installiert, als der Regen und starke Windböen ein Konzert draussen verunmöglichten. So musste die Veranstaltung kurzerhand gezügelt werden.

Den Abschluss machten am Sonntag die Nachwuchsfahrer und die Allerkleinsten, welche noch ohne Pedalen mit ihren Laufrädern um Sekunden und Positionen kämpften. Wobei bei den Knirpsen offensichtlich der Spass im Vordergrund stand.

Dank der Fahrer

«Trotz der zwei Regengüsse hatten wir insgesamt Wetterglück», bilanziert Huber. Und was mindestens so wichtig ist: Es gab keine schweren Unfälle. Im OK arbeiten alle ehrenamtlich aus Freude am Radsport. Da war es ein besonderes Highlight, dass mit Fabian Lienhard ein Fahrer persönlich seine Wertschätzung zeigte. Er fuhr bei den Profis mit der Schweizer National- mannschaft und belegte den 13. Rang. Damit war er hinter Lokalmatador Silvan Dillier der zweitbeste Schweizer. «Er hat sich dafür bedankt, dass wir für die jungen Schweizer ein Rennen organisieren und ihnen damit eine Plattform bieten», freut sich René Huber. Denn immer mehr Rennen würden aus dem Kalender verschwinden.

Für die Schweizer Nachwuchsfahrer wird es zunehmend schwierig, vor heimischem Publikum antreten zu können. «So ein Lob ist für uns der Lohn, für den wir hier alle arbeiten», bilanziert Huber, der seit über zwei Jahrzehnten im Vorstand der Gippinger Radsporttage dabei ist – davon zum neunten Mal als OK-Präsident.

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