Der Kampf gegen sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Internet wird international geführt. Und dies mit immer grösserem Erfolg. So häufen sich zur Zeit auch vor den Aargauer Gerichten entsprechende Verhandlungen.

Gestern musste sich ein 49-jähriger Informatiker – nennen wir ihn Patrick – wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern vor dem Bezirksgericht Zurzach verantworten. Auf einem Homosexuellen-Portal hatte er Kontakt mit jungen Männern aufgenommen. Damit war er einem Provider in Australien ins Netz gegangen, waren doch diese jungen Männer noch unter 16 Jahre alt. Dank internationaler Zusammenarbeit kam es zu einer Hausdurchsuchung. Bei den anschliessenden Einvernahmen hatte Patrick die Vorwürfe vollumfänglich gestanden: Zwischen Juli 2016 und Juni 2017 hatte er via «Skype» und «Whatsapp» mit einem nicht näher bekannten 15-jährigen «Adam» in Grossbritannien, einem – nach eigenen Angaben 13-jährigen – unbekannten «Michael» sowie einem 15-jährigen «Gian» aus dem Kanton Zürich Kontakt aufgenommen. In allen drei Fällen hatte Patrick die Jugendlichen zum Masturbieren aufgefordert, ihnen entsprechende Anweisungen gegeben und sich gleichzeitig ebenfalls selbst befriedigt.

Der Staatsanwalt hatte Patrick angeklagt und eine bedingte Geldstrafe von 42'000 Franken und 2000 Franken Busse verurteilt. Sowohl Patrick, wie auch die Eltern von «Gian», die sich als Strafkläger konstituiert hatten, akzeptierten das Urteil. Somit kam es gestern vor Einzelrichter Cyrill Kramer zu einem sogenannten «abgekürzten Verfahren». Patrick, der in einer festen Beziehung lebt, anerkannte auch hier die Anklagepunkte vollumfänglich.

Weiterhin Männerkontakte

Sein Partner – so erwähnte er – sei ob der Hausdurchsuchung und Anklage «sehr erschrocken» gewesen, stehe aber nach wie vor zu ihm. Ja, er habe weiterhin Internet-Kontakte zu anderen Männern, so Patrick, «zum Gedankenaustausch und nur mit Männern im Alter zwischen 20 und 40.» Auch die Burschen damals habe er immer nach ihrem Alter gefragt und sei überzeugt gewesen, «dass sie älter als 16 waren.»

Nach einer kurzen Verhandlung erhob Richter Kramer den Antrag des Anklägers zum Urteil. Dazu gehört auch die Auflage, dass es Patrick verboten ist, «während fünf Jahren sich in irgend einer Form aktiv an Tätigkeiten einer Jugendorganisation zu beteiligen.» Auch dagegen hatte der Verurteilte keinerlei Einwände. Bezahlen muss Patrick jedenfalls gut 6000 Franken für die Busse sowie Gebühren, Untersuchungs- und Gerichtskosten. Dazu gesellen sich Anwaltskosten in nicht bekannter Höhe.