Die Bevölkerung des Kantons Aargau ist im Jahr 2017 um 7826 Personen auf 670 050 gewachsen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Bevölkerungszunahme leicht abgeschwächt und liegt bei 1,18 Prozent. Über dem kantonalen Durchschnitt liegt das Bevölkerungswachstum im Bezirk Zurzach.

Hier leben 442 Personen mehr als noch vor einem Jahr, was einer Zunahme um 1,3 Prozent entspricht. Das grösste Wachstum im Aargau wies im Jahr 2017 der Bezirk Lenzburg mit 2,3 Prozent auf. Der Bezirk Baden verzeichnete eine Zunahme um 0,9 Prozent, in Brugg waren es 0,4 Prozent.

Während sich im Kanton das Wachstum 2017 abgeschwächt hat, hat es im Zurzibiet gar zugenommen. 2016 betrug das Bevölkerungswachstum im Bezirk 0,8 Prozent. Eine Trendwende war allerdings schon damals erkennbar: Erstmals seit 2001 waren mehr Personen aus der Schweiz in den Bezirk Zurzach eingewandert als ausgewandert. Dieses Ereignis hat sich im Jahr 2017 wiederholt.

Fisibach, der Wachstums-König

Das Zurzibiet profitiert davon, dass die urbanen Zentren voll und die Preise dort hoch sind. Das Wachstum verlagert sich in die Randregionen. Zudem betreiben die Gemeinden mit Unterstützung des Planungsverbandes eine aktive Entwicklungsplanung. Themen wie Baulandmobilisierung und qualitative Innenentwicklung spielen eine zentrale Rolle. Fisibachs Ammann Roger Berglas verweist auf die tiefen Landpreise: «Für eine Million Franken bekommt man im Zurzibiet 6000 m2 Land, in London gibt es für den gleichen Preis 28 m2.»

Die Zurzibieter Wachstums-Könige sind die Gemeinden Fisibach (+4,8 Prozent), Klingnau (+3,9 Prozent) und Rümikon (+3,1 Prozent). In insgesamt 14 Gemeinden wuchs die Bevölkerung. Einen Rückgang verzeichneten Baldingen, Endingen, Full-Reuenthal, Mellikon, Rekingen, Siglistorf, Tegerfelden und Wislikofen. (Siehe Tabelle unten)

Per Ende 2017 wohnten total 34 027 Personen im Bezirk. Und das Wachstum hält an – zumindest mit Blick auf Fisibach: «Letzte Woche hat mich unsere Gemeindeschreiberin informiert, dass ich mir Gedanken machen soll, wie wir unseren 500. Einwohner begrüssen wollen», sagt Berglas. Seit Jahresbeginn stieg die Einwohnerzahl von 480 auf aktuell 493. «Eine aktive Gemeindeentwicklung ist zentral», sagt Berglas. Auch die Beziehungen zum angrenzenden Kanton Zürich spielen eine entscheidende Rolle. «Wir pflegen gute Kontakte zu Zürcher Gemeinden, Behörden und Verbänden.»

Dadurch seien Bewohner und Investoren aus dem Nachbarkanton auf Fisibach aufmerksam geworden. Ein Investor aus Bülach plant bereits die nächste Überbauung mit 32 Wohneinheiten. «Das Dorf durchläuft eine enorme Entwicklung», sagt Berglas, «aber wir wollen nicht endlos wachsen.» Bis 600 Einwohner bewege man sich im «tolerierbaren Rahmen».

Alte Bevölkerung

Allerdings ist Zurzach auch ein relativ «alter» Bezirk. Von den zwölf Aargauer Gemeinden mit dem höchsten Altersquotienten stammen drei aus dem Bezirk an der Grenze zu Deutschland. Der Altersquotient stellt das Verhältnis der über 64-Jährigen zu den 20- bis 64-Jährigen dar. Zu den kantonalen Spitzenreitern zählen in dieser Kategorie die Gemeinden Bad Zurzach, Böbikon und Schneisingen.