Klingnau

250 Jugendliche führen «Aquata» auf - Spiel mit einer beklemmenden Zukunftsvision

Das Musiktheaterstück «Aquata» ist ein gemeinsames Kulturprojekt der Schüler und Lehrkräfte der Oberstufe Unteres Aaretal (OSUA). Sie haben damit am Freitag das Publikum begeistert — mit einer hochaktuellen Thematik und Botschaft.

Es ist eine beklemmende Zukunftsvision, in die das Musiktheater «Aquata» entführt. Man hört giftigen Regen aufs Dach prasseln und das Glucksen der Brühe in den Ablaufrohren. Auch die ständigen Durchsagen über die nächstgelegene Sauerstoff-Tankstelle sind alles andere als beruhigend. Und doch leben in dieser Welt Menschen. So auch eine Gruppe Jugendliche. Man lernt sie bei einer Kontrolle ihrer Handys durch die Agenten des Überwachungsstaates kennen, in dem das Stück spielt.

Dann machen zwei Mädchen der Gruppe eine erstaunliche Entdeckung: Ihnen wachsen Kiemen. Und die sind, wie ein Test zeigt, funktionsfähig. Evolutionstheorie sozusagen rückwärts. Bald stürzt sich die ganze Gruppe ins Wasser – schliesslich kommt alles Leben aus dem Wasser – und lernt eine fantastische aber auch bedrohte Unterwasserwelt kennen.

Ideales Förderprojekt

Das Kulturprojekt «Aquata», an dem, unter der Leitung von Stefan Welti, rund 250 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Unteres Aaretal (OSUA)und ihre 40 Lehrpersonen mitwirken, hat eine hochaktuelle Thematik und eine Botschaft: Den Klimawandel und die Verschmutzung der Umwelt, insbesondere der Meere, durch Kunststoffe, – und den Aufruf, gegen die Schädigung der Umwelt aktiv zu werden. «Aquata ist ein ideales Förderprojekt», stellt OSUA-Schulleiter Franco Corsiglia im Programmheft fest.

«Im Vordergrund stehen Musik, Gesang, Theater, Akrobatik und Tanz.» Entstanden ist jedenfalls, so viel sei vorweggenommen, ein fantastisches Gesamtkunstwerk. Und das - von den Dialogen für den von Nick Stöckli erdachten Plot bis zu Kostümen, Kulissen und Beiträgen in der Presse – praktisch alles schulintern.


Riesenfisch und Leuchtquallen

Bei ihrem Besuch in der Unterwasserwelt machen die Jugendlichen nicht nur Bekanntschaft mit farbenfrohen Fischen, leuchtenden Quallen, einem Riesenfisch und sprechenden Muscheln, sondern auch mit Forschern – deren «IQ grösser ist als die Stellen von PI», wie die Forscher in ihrem Song selber feststellen – sondern auch mit den nach aussen harten aber innen weichen Neptuniern, die mit den Forschern im Clinch liegen. Und die Jugendlichen erleben die Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf die Ozeane.

«Wir glauben, dass sich das Bild, das aus vielen Puzzleteilen entstanden ist, sehen lassen darf», sagte Schulleiter Franco Corsiglia in seinem Dank nach der Vorstellung. Das Publikum an der Premiere jedenfalls, hat das auch so gesehen und entsprechend applaudiert.

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