Döttingen

2 Millionen im Plus: Sparhammer der Gemeinde wirkt sich aus – Badiwasser wird aber nicht wärmer

Um zu sparen senkte die Gemeinde die Wassertemperatur im Freibad.

Um zu sparen senkte die Gemeinde die Wassertemperatur im Freibad.

Mit dem Budget 2019 schaffte es Döttingen in die nationalen Schlagzeilen. Der Rechnungsabschluss zeigt: Massnahmen wie kälteres Badi-Wasser zeigen Wirkung.

Selten berichten die nationalen Medien über eine Budgetdebatte in einem kleinen Dorf. Vor über einem Jahr schaffte es aber jene in der 4170-Seelen-Gemeinde Döttingen in die Schlagzeilen: Wegen des harten Sparkurses wurde unter anderem das Wasser des Freibades um zwei Grad auf 25 Grad gesenkt oder der jährliche Beitrag an das grösste Deutschschweizer Winzerfest im eigenen Dorf um knapp die Hälfte auf 10'000 Franken gekürzt. Das Volk schmetterte das Budget mit einem höheren Steuerfuss von 115 Prozent zuerst ab, stimmte aber an der ausserordentlichen Gmeind im Januar 2019 dem überarbeiteten Budget mit gleichbleibendem Steuerfuss von 110 Prozent ohne Gegenstimme zu.

Der Sparhammer zeigte offenbar Wirkung: Die Rechnung des vergangenen Jahres schloss mit einem Ertragsüberschuss von rund 2,07 Millionen Franken ab − fast 1,8 Millionen Franken besser als budgetiert. Ammann Peter Hirt zeigt sich erfreut über das gute Ergebnis: «Wir haben auch viel gespart. Zudem ist die Einwohnerzahl gestiegen», sagt er. Auswirkungen auf das Badi-Wasser oder den Steuerfuss werde es aber kaum haben. «Wir haben noch viele Aufgaben vor uns», sagt Hirt. So habe die Gemeinde zahlreiche Projekte zurückgestellt, insbesondere im Bereich der Strassen.

Höhere Steuereinnahmen als erwartet

Sowohl bei natürlichen als auch juristischen Personen sei die Budgeterwartung bei den Steuereinnahmen übertroffen worden, schreibt die Gemeinde auf ihrer Website. «Die grössten Abweichungen zum Budget sind nebst den höheren Steuereinnahmen die Marktwertanpassung bei den Liegenschaften sowie die Mehrausgaben im Bereich Gesundheit und Soziales.»

Auch im vergangenen Jahr sind hohe Investitionen angefallen: die zweite Etappe der notwendigen Sanierung des Schulhauses Rebhalde, die Sanierung der Surbbrücke und die Sanierung der Kreuzung Chilbert inklusive Signalanlage. Die Nettoschuld pro Kopf sank auf knapp 650 Franken.

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