Leuggern

150-Jahr-Jubiläum der Bez Leuggern – mehr Teamarbeit, weniger büffeln

Cracks aus Wirtschaft und Politik an der Podiumsdiskussion zum 150-Jahr-Jubiläum der Bezirksschule Leuggern diskutierten zur Frage, wie Schüler heute unterrichtet werden sollten – und berichteten über ihre Erlebnisse aus Bezirksschulzeiten.

Podiumsdiskussionen richten sich sehr oft an ein Fachpublikum und sind deshalb nur bedingt geeignet, das Publikum zu unterhalten oder gar zu amüsieren. Nicht so die Podiumsdiskussion in der Leuggemer Mehrzweckhalle aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Bezirksschule Leuggern.

Wer eine langweilige Debatte über bildungspolitiscLeuggern he Fragen erwartet hatte, wurde angenehm überrascht: Unter der Leitung von Leo Erne diskutierten – ja fabulierten – Cracks aus Wirtschaft und Politik über ihre Erlebnisse aus Bezirksschulzeiten, verrieten aber auch, was die Wirtschaft heute von Schulabgängern erwartet.

Den Fragen des ehemaligen Leuggemer Lehrers Leo Erne stellten sich Barbara Bourouba, Leiterin Human Resources der Holcim AG, Manuel Grenacher, CEO der IT-Firma Mila AG, Daniel Kalt, Chefökonom der UBS, René Huber, Grossrat und Direktor des Spitals Leuggern sowie Regierungsrat Alex Hürzeler, Herr über alle Schülerinnen und Schüler im Kanton Aargau, um deren Ausbildung sich das Thema drehte.

Bemerkenswert an dieser Runde war, dass es sich mit Ausnahme Hürzelers um ehemalige Schüler der Bezirksschule Leuggern handelte, die in der Privatwirtschaft auf verschiedenen Wegen steile Karrieren gemacht haben.

Reminiszenzen aus der Schulzeit

Zu Beginn der Diskussion wollte Moderator Leo Erne wissen, welche Erinnerungen die Gesprächsteilnehmer mit der Bezirksschule Leuggern verbinden. «Ich war nicht immer der Bravste», beichtete Manuel Grenacher. Lehrer Louis Heimgartner habe ihm stets unter die Nase gerieben, er werde keine Lehrstelle erhalten, wenn er so weitermache. Doch es kam – wie in vielen anderen Fällen auch – völlig anders: Heute steht Grenacher an der Spitze eines Software-Unternehmens.

Als grösste Schätze, die er aus der Bezirksschulzeit mit auf den Lebensweg genommen habe, seien die auch heute noch vorhandenen Verbindungen mit Schulkollegen. René Huber erzählte zum Amüsement des Publikums, er habe im Physikunterricht die schmerzvolle Erfahrung gemacht, dass Strom durch Menschen, die sich an den Händen halten, hindurchgeht und erst der Letzte in der Reihe einen Stromschlag erwischt. René Huber war der Letzte in der Reihe.

Moderator Erne stellte aber auch ernsthafte Fragen, wie: «Was müsste die Schule heute bieten, um die Schüler optimal auf ihren weiteren Lebensweg vorzubereiten?» In der Beantwortung dieser Frage waren sich Barbara Bourouba und Daniel Kalt einig: Gefragt ist heute mehr Teamarbeit und weniger faktenbasiertes Wissen. «Jugendliche sollten befähigt werden, Informationen zu beschaffen und Probleme zu lösen», sagte Daniel Kalt.

Der Chefökonom der UBS forderte die Lehrerschaft auf, Projektarbeiten vermehrt in Gewerbe, Industrie und Forschung durchzuführen. Barbara Bourouba sprach sich dafür aus, dass Lehrer die Möglichkeit erhalten, ein Stage in der Wirtschaft zu absolvieren, damit sie sehen, was in der Berufswelt abläuft und was in den Unterricht integriert werden könnte. Ausserdem wünschte sie sich, dass die Teamarbeit gefördert wird.

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer, dass der Bildung auch in Zukunft ein hoher Stellenwert zukommen muss, dass das Erfolgsmodell «duale Schule» mit Kantonsschule und Berufslehre weiterhin Bestand haben soll und dass die Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Studium auch in Zukunft gewährleistet sein muss.

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