Riesenspektakel Dienstagnacht im Surbtal: Gegen 1 Uhr überquerte ein Schwertransport des Ostschweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail die Kantonsgrenze bei Niederweningen. Beladen war der 50 Meter lange und 130 Tonnen schwere Transporter mit dem ersten Waggon eines Grossauftrags für eine russische Eisenbahngesellschaft. Weitere Schwertransporte werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen.

Nach einer halbstündigen Ruhepause für den Chauffeur und den Begleittross bewegte sich der von einer Eskorte der Kantonspolizei begleitete Transport auf der Surbtalstrasse Richtung Lengnau und Endingen. Während der Kreisel bei Lengnau problemlos passiert werden konnte, musste das schwere Gefährt beim Möbelhaus Weibel in Endingen eine Spitzkehre vollbringen, um die Fahrt Richtung Würenlingen, Ennetbaden, Gebenstorf, Brugg, Lenzburg und Aarau fortsetzen zu können. Trotz der nächtlichen Stunde wurde das Spektakel von zahlreichen Zaungästen beobachtet, fotografiert und gefilmt.

130-Tonnen-Schwertransport von Stadler Rail fährt durch Aargau nach Moskau

130-Tonnen-Schwertransport von Stadler Rail fährt durch Aargau nach Moskau

Endstation der langen Transportfahrt, die nur in den Nachtstunden durchgeführt werden kann, ist der Auhafen in Basel, wo ab 6. September sämtliche Triebzüge und Wagenkasten des russischen Grossauftrags verladen werden. Via Sassnitz führt die Reise nach Klaipeda in Litauen und anschliessend auf eigenen Rädern ins Stadler-Werk in Minsk, wo die letzten Inbetriebsetzungsarbeiten durchgeführt werden. Eingesetzt werden die Züge vom Typ Kiss in Moskau.

Die Stadler Rail Group war im Februar 2013 als Gewinner einer Ausschreibung für 25 Doppelstocktriebzüge hervorgegangen. Im Mai 2013 wurde ein entsprechender Vertrag zwischen den Unternehmen unterzeichnet. Der Auftrag umfasst 9 sechsteilige und 16 vierteilige Doppelstockzüge. Vier dieser Doppelstock-Triebzüge werden im Stadler Werk in Altenrhein hergestellt, die restlichen 21 im Schwesterwerk der Stadler Rail Group in Weissrussland.