Klingnau

10 Tage lang sucht Aargauerin ihren Kater - dann findet sie ihn in Marderfalle

In dieser Marderfalle in einem fremden Garten findet eine Klingnauerin ihren Kater – «völlig abgemagert».

In dieser Marderfalle in einem fremden Garten findet eine Klingnauerin ihren Kater – «völlig abgemagert».

Zehn Tage lang hat eine Frau aus Klingnau verzweifelt nach ihrem Kater gesucht. Sie fand ihn buchstäblich im letzten Moment in einer Marderfalle in einem fremden Garten – völlig abgemagert und verzweifelt schreiend.

«Ich bin schockiert»: Zwei Wochen nachdem sie ihren Kater buchstäblich im letzten Moment gerettet hat, kann eine Klingnauerin immer noch kaum glauben, was passiert ist.

Zehn Tage lang hatte sie nach Pinu (11) gesucht. Spurlos war der schwarz-weisse Kater verschwunden, von einem Tag auf den anderen. Ein Streuner ist ihr Kater nicht. «Er kommt immer nach Hause», sagt sie. Auch ein Suchaufruf mit Foto auf Facebook blieb ohne Erfolg.

So machte sie sich bald ernsthaft Sorgen um ihren kleinen Liebling. Während andere nach zehn Tagen wohl nicht mehr daran geglaubt hätten, ihre Katze lebend wiederzufinden, ging sie auch am Freitag wieder auf die Suche. «Ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben », erzählt sie. Und das zahlte sich aus.

Wie in all den Tagen zuvor rief sie bei der Suche immer wieder den Namen ihres Katers – und dann geschah das kleine Wunder: Pinu gab Antwort – und sie hört, schwach, seine Stimme. Die Klingnauerin fand ihn schliesslich gefangen in einer Falle in einem Garten. Bei seiner Befreiung «hat er geschrien wie am Spiess», erzählt sie.

«Er war total abgemagert»

«Beim Käfig handelt es sich um eine Marderfalle», sagt Astrid Becker, Präsidentin vom Aargauer Tierschutz. Die az hat ihr das Bild geschickt. Gut versteckt sei der Käfig gewesen, erzählt die Klingnauerin. Er befand sich in einem grauen Fass. Über dieses wiederum war ein grünes Vlies gezogen und mit Tannenästen bedeckt.

Und nicht nur das: Das Vlies war so festgemacht, dass der Kater vor dem Festmachen in der Falle gelandet sein musste. Das legt die Vermutung nahe: Wer das Vlies über Fass und Falle zog, hatte offenbar keine guten Absichten. Zumindest scheint es unwahrscheinlich, dass die Personen, die auf dem Grundstück leben, die Katze tagelang nicht haben miauen hören.

Wohlgenährt: Kater Pinu, bevor er in Gefangenschaft geriet

Wohlgenährt: Kater Pinu, bevor er in Gefangenschaft geriet

Wie lange Pinu in der Falle sass, darüber lässt sich nur spekulieren. Glücklicherweise tropfte Regenwasser in die Falle, ansonsten wäre er wohl verdurstet. Vor seinem Verschwinden sah Pinu noch gut genährt aus. «Danach war er total abgemagert», erzählt die Klingnauerin. Krallen hat er sich ausgerissen und Schürfungen zugezogen beim Versuch, sich irgendwie aus dem engen Gefängnis zu befreien.

Die ersten drei Tage danach lief er kaum einen Schritt. Nach und nach erholte er sich. Inzwischen hat ihn sein Katzenmami aufgepäppelt. «Er ist wieder ganz gut beieinander», sagt sie.

Anzeige eingereicht

Auch wenn die Katzenhalterin glücklich ist, ihren Pinu wiederzuhaben, glaubt sie nicht, dass die Falle zufällig so gut versteckt im Garten aufgestellt worden ist. «Ich habe Anzeige erstattet», sagt sie. Dies bestätigt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Tierquälerei gilt als Offizialdelikt. Das bedeutet, dass die Polizei solchen Fällen von Amtes wegen nachgehen muss.

Graser spricht von einem «krassen Fall». Offenbar habe nicht viel gefehlt, «bis das Büsi verhungert wäre». Unbestritten sei, dass die Falle auf jenem Grundstück aufgestellt worden ist. Er unterstreicht: «Wir sehen so etwas nicht als Nebensache der Polizeiarbeit an. Dem gehen wir konsequent nach.»

Im Raum stehen Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, etwa Tierquälerei, allenfalls auch gegen das Jagdschutzgesetz. Nach Ende der Ermittlungen wird es Sache der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach sein, über eine Strafe zu entscheiden.

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