Kritik
Zürcher Justizdirektor fährt Juso-Chef Wermuth an den Karren

Der Züricher Justizdirektor Markus Notter tritt am 9. Mainach 15 Jahren im Amt zurück. Zum Abschied rüffelt er den Juso-Chef Cédric Wermuth. Dem Aargauer Jungpolitiker gehe ihm vor allem ums Auffallen, so Notter.

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Wird ins Rennen für die Nationalratswahlen im nächsten Jahr geschickt: Cédric Wermuth.

Wird ins Rennen für die Nationalratswahlen im nächsten Jahr geschickt: Cédric Wermuth.

Keystone

Markus Notter tritt mit 50 von der politischen Bühne ab. An der heutigen Politik hat der Zürcher Justizdirektor immer weniger Freude. Es fehlt ihm die sachbezogene und argumentative Auseinandersetzung. «Es gab einen extremen Richtungswechsel weg von der Sachpolitik und hin zur parteipolitischen Machtpolitik», konstatiert er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

In der politischen Öffentlichkeit tummelten sich heute viel mehr Exponoenten, die wenig von dem verstehen würden, worüber sie redeten. Dazu gehören laut Notter auch Regierungsmitglieder. Namen will er keine nennen.

«Wenig hilfreiche Verhaltensweise»

Wenig hält der Zürcher auch vom Polit-Rambazamba des Juso-Chefs Cérdic Wermuth. Es gäbe unter den Jusos hochintelligente, witzige Leute. Bloss: «Die benehmen sich jetzt so, wie sich jemand benimmt, der im heutigen Umfeld auffallen will», erklärt Notter. Wermuth verstehe das meisterhaft. «Alle reden über ihn. Wahrscheinlich wird er bei den nächsten Wahlen Nationalrat im Kanton Aargau.»

Notter hat nichts gegen die Jungpartei an sich. Sie dürfe durchaus auch etwas Rambazamba machen - «auch wenn es hilfreichere Verhaltensweisen gäbe als jene von Cédric Wermuth».

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