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Zürich
Er wurde verprügelt, weil er queer ist – nun spricht Levin bei «TalkTäglich»: «Meine Existenz provoziert manche Menschen»

Letzte Woche wurde Levin in Zürich von einer Gruppe von Männern brutal angegriffen, weil er queer ist. Im Interview mit «TalkTäglich» erzählt er, wie es dazu gekommen ist und warum er es nicht kommen sah.

Silvy Kohler
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Donnerstag vor einer Woche. Gegen 21 Uhr sei Levin mit seinen Kolleginnen am Zürcher HB ins Tram gestiegen, wie er in der Sendung «TalkTäglich» erzählt. Bereits davor habe sich der 20-jährige Kunststudent von einer Gruppe von Männern Beleidigungen, wie Schwuchtel, anhören müssen. Als die Gruppe kurz darauf in dasselbe Tram steigt, habe Levin schon die erste Faust gespürt. Er erinnert sich:

«Da Schlimmste war, dass sie weiter gemacht haben, als ich schon am Boden lag.»

Der Moderator will anschliessend wissen, ob es eine Situation gegeben habe, in welcher sich die Männer hätten provoziert fühlen können. Doch das sei nicht der Fall gewesen. Beziehungsweise sei die Anwesenheit queerer Personen Provokation genug, wie Levin es formulierte.

«Das ist das Traurige: Meine Existenz alleine provoziert Menschen.»

Es sei nicht das erste Mal, dass er verbal attackiert worden sei. Darum habe er sich auch zuerst nichts dabei gedacht. Er sei immer vorsichtig unterwegs, vor allem, wenn solche Gruppen in der Nähe seien.

Kein Einzelfall – mehr als ein Dutzend Hassverbrechen erfasst

Roman Heggli, Geschäftsleiter von «Pink Cross», sagt, dass der Vorfall von Levin sehr typisch sei. Eine erste statistische Erhebung der Stadtpolizei Zürich habe gezeigt, dass innerhalb von drei Monaten mehr als ein Dutzend Hassverbrechen gegen Schwule und Lesben erfasst worden sind.