Mehr Asylgesuche

Zu viele Asylbewerber: Dem Kanton gehen die Betten aus

Auch im Aargau werden die Reserven bald ausgeschöpft sein. Der Kanton bittet die Gemeinden deshalb um Mithilfe.

Es wird eng in den Asylunterkünften

Auch im Aargau werden die Reserven bald ausgeschöpft sein. Der Kanton bittet die Gemeinden deshalb um Mithilfe.

Anders als in den meisten anderen Kantonen gibt es in den Aargauer Asylunterkünften noch 100 freie Betten. Diese Reserven dürften jedoch bald ausgeschöpft sein. Der Kanton bittet deshalb die Gemeinden um Hilfe.

In den ersten Monaten dieses Jahres wurden in der Schweiz rund ein Fünftel mehr Asylanträge eingereicht. Ein Grund für die Zunahme ist der Flüchtlingsstrom aus Nordafrika. Weil die Zentren des Bundes heillos überfüllt sind, überweist dieser immer mehr Asylsuchende an die Kantone. Und auch dort wird es eng.

Bald mehr Asylsuchende als freie Betten

Im Kanton Aargau ist die Zahl der Asylsuchenden seit Sommer 2010 zwar jeden Monat leicht gestiegen, mit 2332 Asylbewerbern im April 2011 ist die Situation jedoch zu bewältigen. «Die Struktur für die Unterbringung ist zu gut 90 Prozent ausgelastet», sagt Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Departements Gesundheit und Soziales (DGS).

Dies könnte sich jedoch bald ändern. Denn die Lage in Libyen und anderen Ländern Nordafrikas bleibt angespannt und der Bund rechnet in einer «Arbeitshypothese» mit monatlich 200 bis 700 zusätzlichen Asylgesuchen. Zum Vergleich: Im April wurden knapp 1500 Gesuche eingereicht.

Tritt dieses Szenario ein, müsste der Aargau gemäss kantonalem Verteilschlüssel (7,7 %) rund 400 zusätzliche Asylbewerber aufnehmen. Derzeit gibt es jedoch nur etwa 100 freie Betten.

Gemeinden sollen bei Suche mithelfen

Die derzeitigen Reserven dürften also schon bald ausgeschöpft sein. «Wir brauchen deshalb in absehbarer Zukunft mit grosser Wahrscheinlichkeit weitere Unterkünfte», sagt Balz Bruder. Weil die Regierung Asylsuchende nur im Notfall unterirdisch einquartieren will, müssen geeignete Unterkünfte gefunden werden.

Das Departement Gesundheit und Soziales hat deshalb zusammen mit dem Departement Volkswirtschaft und Inneres allen Gemeinden und Städten einen Brief geschrieben. Im Schreiben, das der az vorliegt, bittet der Kanton darum, die Suche nach Asylunterkünften «aktiv» und »konstruktiv» zu unterstützen.

«Aktiv» heisst in diesem Fall: Gemeinden und Städte sollen sich für «kurz- und mittelfristige Möglichkeiten zur Unterbringung von Asylsuchenden einsetzen». Und mit «konstruktiver Unterstützung» appelliert der Kanton an die Kommunen, ihm keine Steine in den Weg zu legen, wenn eine Liegenschaft für Asylbewerber gekauft oder gemietet werden soll.

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