Bernhard Hagenbuch ist schon seit 31 Jahren im Vorstand der Elektra Oberlunkhofen. Er war dabei, als sich die Genossenschaft vor über 25 Jahren vom Tag- und Nachttarif abwendete und den Strom zu einem Einheitstarif anbot.

Seither gelten bei der Elektra Oberlunkhofen auch die sogenannten Stromverbrauchssperren, welche bei zeitlichen Spitzen verhängt werden. Im Winter sind deshalb Waschmaschine und Geschirrspüler mittags von 11 bis 12 Uhr und abends von 17.30 bis 19.30 Uhr ohne Strom. «Damit können wir das Netz möglichst flach halten», erklärt Hagenbuch.

Günstiger und sicherer Strom ist das Ziel

Das Vorgehen kommt schlussendlich den Verbrauchern zugute, denn die Elektra bemüht sich, die Stromkosten für alle möglichst tief zu halten. Sie verzichtet sogar auf Zählermieten und Grundtaxen.

Alle Faktoren führen dazu, dass der Strom billig angeboten werden kann. Dies entspräche auch dem Ziel der Genossenschaft: Günstigen und sicheren Strom anbieten. Wie Hagenbuch verrät, denkt die Elektra Oberlunkhofen darüber nach, die zwei Spitzesperren ebenfalls im Sommer einzuführen.

«Schlafgemeinde» Hermetschwil

Auch andere Gemeinden und die grossen regionalen Stromanbieter AEW und Regioenergie Solothurn verordnen über den Mittag Stromsperren, manche sogar in der Nacht. So beispielsweise Hermetschwil. Das sei eine «Schlafgemeinde», meint Markus Wey, Präsident der Elektra Hermetschwil-Staffeln. Die Bewohner seien während dem Tag nicht zu Hause und eher nachtaktiv. Um die Leistung des Stromnetzes zu optimieren, müssten die Sperren daher nachts errichtet werden.

Dass es auch ganz ohne Sperren geht, beweist die Gemeinde Wettingen. «Aus Kundenfreundlichkeit haben wir die Sperrung erst mal aufgehoben», sagt Peter Knüsel vom Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettigen gegenüber Radio DRS. Die anfallenden Mehrkosten würden vom Elektrizitätswerk getragen.

Intelligentes System

Dass ein Unternehmen die Mehrkosten selber übernimmt, ist selten. Umso mehr freut sich Elektra Hermetschwil-Staffelns Präsident Wey: Normalerweise würden sie immer noch auf die Verbraucher abgewälzt werden. Noch sei die Technik aber nicht so weit, ein intelligentes System zur Verfügung zu stellen, das die Kosten auf den jeweiligen Verbraucher verteilen kann. Eines, das selbst mit dem Backofen vernetzt ist.

Wey sieht durchaus realistische Chancen, ein solches Netz bis in etwa zehn Jahren eingeführt zu haben. Allerdings, so Wey: «Da wird einiges auf uns zukommen.» (ldu)