Autofahren im Alter

«Zitrone, Schlüssel, Ball»: Wer das sagen kann, fährt auch mit 90 Jahren Auto

Nicht nur die Augen testet der Hausarzt bei den Autofahr-Opas (Symbolbild)

Nicht nur die Augen testet der Hausarzt bei den Autofahr-Opas (Symbolbild)

Ab dem 70. Altersjahr muss jeder Autofahrer alle zwei Jahre zum Hausarzt zur Untersuchung, sofern er das Billet für weitere zwei Jahre will. Bei einem Test werden bedenkliche Fragen gestellt, so ein Aargauer Hausarzt. 2012 soll alles besser werden.

Einem Hausarzt im Kanton Aargau bleibt nur das Kopfschütteln. «Anhand dieses Tests soll ich entscheiden, ob eine Person im Alter noch fahren darf oder nicht», sagt der Hausarzt, der namentlich nicht genannt werden will. Er stellt die Prüfung der az Aargauer Zeitung zur Verfügung. Er ist überzeugt, dass beim so genannten «Mini-Mental»-Test Fragen gestellt werden, die nichts mit einer Prüfung der Fahrtauglichkeit zu tun haben. So soll der Autofahr-Opa dem Arzt etwa folgende Fragen beantworten:

• Welches Jahr haben wir?
• Der wievielte Monat des Jahres ist heute?
• Welcher Wochentag ist heute?
• In welchem Kanton befinden wir uns jetzt?
• In welchem Land sind wir?
• Sprechen Sie mir drei Wörter nach: Zitrone, Schlüssel, Ball.
• Was ist das? (Arzt zeigt ein Kugelschreiber)
• Verbinden Sie die Zahlen (siehe Ausschnitt)

Eine der Testfragen: «Verbinden Sie die Zahlen der Reihe nach»

Eine der Testfragen: «Verbinden Sie die Zahlen der Reihe nach»

Wer ab dem 70. Altersjahr diese und ähnliche Fragen beantworten kann und die körperlichen Voraussetzungen – etwa die Sehschärfe – den Anforderungen genügen, darf für weitere zwei Jahre auf die Strasse.

Hinzu kommt, dass diese Tests bislang jeder Hausarzt durchführen darf. Ein nicht zu unterschätzendes Detail: Denn oftmals hat der Patient über Jahre hinweg mit seinem Hausarzt eine Beziehung aufgebaut, die bei diesen Tests dem Autofahrer zugute kommt. Der az Aargauer Zeitung sind mehrere solcher Fälle aus der ganzen Schweiz bekannt. Pikant: Der Arzt kann selber darüber entscheiden, ob der erwähnte Test für die Entscheidung der Fahrtauglichkeit notwendig ist oder nicht.

Neue Bestimmungen treten 2012 in Kraft

Nun soll aber alles besser werden: Das Aargauische Strassenverkehrsamt hat «in enger Zusammenarbeit» mit dem Aargauischen Ärzteverband das Problem erkannt und bestätigt gegenüber der az, dass das «Auslaufmodell», wie sie es selbst nennen, derzeit überarbeitet wird. Auch auf Bundesebene befinden sich Projekte zur Umgestaltung der Kontrollen in Bearbeitung.

Die neuen Bestimmungen sollen per 1. Januar 2012 in Kraft treten. Bis dann werden die Autofahrer weiterhin beim eigenen Hausarzt mit diesem Test auf ihre Fahrtauglichkeit geprüft.

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