Obwohl die Verkehrsleistung, der Motorfahrzeugbestand und die Einwohnerzahl im Kanton Aargau in den vergangenen 11 Jahren angestiegen sind, ist die Anzahl von Fussgängerunfällen auf Zebrastreifen seit dem Jahr 2000 tendenziell rückläufig. Dies geht aus einer Antwort des Regierungsrats auf eine Interpellation des parteilosen Bibersteiner Grossrats Samuel Schmid hervor.

Schmid hatte den Vorstoss eingereicht, nachdem im Dezember bei schweren Unfällen immer wieder Fussgänger auf dem Zebrastreifen verletzt wurden. Kurz vor Weihnachten starb in Dottikon ein 17-Jähriger Italiener an den Verletzungen, die er sich zuzog, als er beim Überqueren der Bahnhofstrasse von zwei Autos überrollt wurde.

60 Unfälle pro Jahr

Die Anzahl tödlich Verunglückter an Fussgängerstreifen ist in den vergangenen Jahren allerdings markant zurückgegangen, wie der Antwort des Regierungsrats zu entnehmen ist. So gab es im Jahr 2000 acht Tote bei Unfällen auf Zebrastreifen, 2010 nur noch einen. Die Anzahl der Fussgängerunfälle an Fussgängerstreifen hat sich in den letzten fünf Jahren stetig bei rund 60 Unfällen pro Jahr eingependelt.

Im Kanton Aargau gibt es gemäss einer Erfassung aus dem Jahr 2010 1620 Fussgängerstreifen und 88 sogenannte Querungshilfen auf Kantonstrassen. Hinzu kommen geschätzte 1300 Zebrastreifen auf Gemeindestrassen. Auf den Kantonsstrassen sind offenbar keine Fussgängerstreifen bekannt, an denen ein grundsätzliches Gefahrenpotenzial besteht. Bei den Zebrastreifen auf Gemeindestrassen ist indes aus personellen Gründen keine systematische Überprüfung möglich, wie der Regierungsrat schreibt.

Verkehrsicherheit hat hohen Stellenwert

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt räume der Verkehrssicherheit - insbesondere den Belangen des Fuss- und Radverkehrs -  aber einen hohen Stellenwert ein, heisst es. Unter anderem hat der Kanton Aargau im Jahr 2008 im Rahmen eines Verkehrsversuchs eine neue Form von Mittelinseln entwickelt, welche auf 7,5 Meter breiten Strassen realisiert werden können.

Es sei unbestritten, so der Regierungsrat, dass Fussgängerschutzinseln zur Erhöhung der Sicherheit der Fussgänger beitragen würden. Aufgrund der Platzverhältniss seien solche Mittelinseln aber nicht überall möglich, da die Fahrbahnbreite zu gering und Verbreiterungen mit einem zu grossen Aufwand verbunden wären. (bau)